Als erfahrene Nageldesignerin kann ich bestätigen: Acryl-Nagelpulver ist ein echter Game-Changer in der Nagelwelt, bekannt für seine unglaubliche Haltbarkeit und Vielseitigkeit. Es ermöglicht nicht nur stabile Verlängerungen, sondern auch beeindruckende 3D-Designs, die lange halten. In diesem umfassenden Leitfaden zeige ich dir, wie du deine eigenen Acrylnägel zu Hause perfektionierst und dabei die häufigsten Anfängerfehler vermeidest. Mach dich bereit, die Kunst der Acrylmodellage zu meistern!
Perfekte Acrylnägel zu Hause modellieren Dein umfassender Guide für Anfänger und Profi-Tipps
- Acryl ist ein 2-Komponenten-System (Pulver + Liquid), das an der Luft aushärtet und extrem haltbar ist.
- Wichtig für Anfänger: Das richtige Mischverhältnis und eine sorgfältige Nagelvorbereitung vermeiden Liftings.
- Du benötigst ein Starter-Set mit Pulver, Liquid, Pinsel, Primer, Dehydrator, Feilen und Buffer.
- Acrylnägel halten typischerweise 3-4 Wochen und werden schonend mit Aceton entfernt, um Naturnägel zu schützen.
- Trotz des intensiven Geruchs bieten Acrylnägel vielfältige Designmöglichkeiten, von Babyboomer bis 3D-Nailart.
Acrylpulver: Warum es in der Nagelwelt so beliebt ist
Was genau ist Acrylpulver und wie funktioniert das System?
Acryl ist ein klassisches und bewährtes System in der Nagelmodellage, das auf einer chemischen Reaktion basiert. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten: einem feinen Polymerpulver und einem flüssigen Monomer, oft einfach als "Liquid" bezeichnet. Wenn diese beiden Komponenten in Kontakt kommen, beginnt eine Polymerisationsreaktion. Das Pulver löst sich im Liquid auf und bildet eine formbare Masse, die du dann auf den Nagel auftragen und modellieren kannst. Das Besondere daran ist, dass Acryl an der Luft aushärtet ganz ohne UV- oder LED-Licht. Diese Aushärtung ist ein exothermer Prozess, das heißt, es kann dabei eine leichte Wärmeentwicklung entstehen. Die Zusammensetzung des Liquids, meist auf Methacrylatbasis, ist dabei entscheidend für die Aushärtungsgeschwindigkeit und die Stabilität des fertigen Nagels.
Für wen sind Acrylnägel die absolut beste Wahl?
Acrylnägel sind aus gutem Grund so beliebt, denn sie bieten eine Reihe von unschlagbaren Vorteilen, die sie für bestimmte Nageltypen und Bedürfnisse zur idealen Wahl machen:
- Extreme Härte: Acrylnägel sind bekannt für ihre außergewöhnliche Festigkeit und Widerstandsfähigkeit. Sie sind weniger anfällig für Brüche oder Absplitterungen als andere Systeme.
- Langlebigkeit: Bei richtiger Anwendung halten Acrylnägel sehr lange, oft bis zu vier Wochen, bevor ein Auffüllen notwendig wird.
- Vielseitigkeit: Ob stabile Verlängerungen, Reparaturen von eingerissenen Nägeln oder komplexe 3D-Designs mit Acryl ist fast alles möglich.
- Gute Haftung: Wenn die Nagelvorbereitung stimmt, haftet Acryl hervorragend am Naturnagel.
Aus meiner Erfahrung sind Acrylnägel die absolut beste Wahl für Personen, die sehr beanspruchte Hände haben oder deren Naturnägel von Natur aus brüchig und weich sind. Die extreme Härte des Materials bietet einen hervorragenden Schutz und gibt dem Naturnagel die nötige Stabilität. Auch für all jene, die sich lange, stabile Verlängerungen wünschen oder kreative, dreidimensionale Nailart umsetzen möchten, ist Acryl unübertroffen. Es ist ein Material, das wirklich hält, was es verspricht.
Der entscheidende Unterschied: Acrylpulver vs. Gel-Systeme im Direktvergleich
Oft werde ich gefragt, was denn nun der Unterschied zwischen Acryl und Gel ist. Beide Systeme haben ihre Berechtigung, aber sie funktionieren grundverschieden. Hier ist ein direkter Vergleich, der dir die Entscheidung erleichtern soll:
| Merkmal | Acryl-System | Gel-System |
|---|---|---|
| Aushärtung | Lufttrocknend (chemische Reaktion) | UV-/LED-Lampe erforderlich |
| Härte | Sehr hart und stabil | Flexibler, aber immer noch hart |
| Flexibilität | Weniger flexibel, kann bei starker Belastung brechen | Flexibler, biegt sich eher als zu brechen |
| Geruch | Intensiver, chemischer Geruch (Monomer) | Geruchsneutral oder sehr mild |
| Anwendungsgefühl | Schnelle Aushärtung, erfordert zügiges Arbeiten; formbar | Längere Verarbeitungszeit, da Aushärtung steuerbar ist; selbstglättend |
| Entfernung | Einweichen in Aceton | Abfeilen |
Wie du siehst, hat jedes System seine Eigenheiten. Acryl ist für seine Robustheit bekannt, während Gel oft als anfängerfreundlicher gilt, da es mehr Zeit zum Modellieren lässt. Für Fortgeschrittene gibt es übrigens auch Hybrid-Systeme wie Acrylgel (Polygel), die die Vorteile beider Welten vereinen und sich wunderbar modellieren lassen.
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Das Herzstück: So wählst du das richtige Acrylpulver und Liquid aus
Die Auswahl des richtigen Acrylpulvers und Liquids ist entscheidend für den Erfolg deiner Modellage. Für Anfänger empfehle ich dringend, mit einem langsam aushärtenden Pulver zu beginnen. Das gibt dir mehr Zeit, das Material zu modellieren, bevor es fest wird, und verzeiht kleine Fehler eher. Achte auf Produkte von renommierten Herstellern, die eine gute Qualität gewährleisten. Beim Pulver gibt es verschiedene Arten: klares Pulver (Clear) für Transparenz oder zum Einkapseln von Designs, rosa Pulver (Pink) für eine natürliche Nagelbettfarbe und weißes Pulver (White) für perfekte French-Spitzen. Das Liquid sollte ebenfalls von hoher Qualität sein. Es gibt Liquids mit und ohne UV-Schutz; letztere verhindern ein Vergilben des Acryls, besonders bei hellen Farben. Investiere hier lieber etwas mehr, denn die Qualität des Materials beeinflusst maßgeblich das Ergebnis und die Haltbarkeit deiner Nägel.
Unverzichtbare Werkzeuge: Pinsel, Feilen und mehr erklärt
Ohne das richtige Werkzeug ist selbst das beste Material nutzlos. Hier ist eine Liste der Dinge, die du unbedingt brauchst:
- Acrylpinsel: Ein hochwertiger Pinsel aus Kolinsky-Rotmarderhaar ist Gold wert. Achte auf eine ovale oder runde Form und eine Größe zwischen #8 und #12. Er sollte genug Liquid aufnehmen können und eine feine Spitze haben.
- Feilen: Du benötigst verschiedene Körnungen. Eine grobe Feile (z.B. 100/100 Grit) zum Formen der Modellage, eine mittlere (z.B. 180/180 Grit) zum Glätten und eine feine (z.B. 240 Grit) für den Naturnagel und das Finish.
- Buffer: Ein Buffer mit 220/280 Grit ist ideal, um die Nageloberfläche vor dem Versiegeln zu glätten und auf Hochglanz zu bringen.
- Zelletten: Fusselfreie Zelletten sind unerlässlich zum Reinigen der Nägel und des Pinsels.
- Dappen Dish: Ein kleines Glas- oder Keramikschälchen, in das du das Liquid gibst. Es sollte einen Deckel haben, um die Verdunstung zu minimieren.
- Nagelbürste: Zum Entfernen des Feilstaubs.
- Schablonen oder Tips: Für Nagelverlängerungen.
- Nagelhautschieber und -zange: Für die perfekte Nagelvorbereitung.
Vorbereitung ist alles: Primer, Dehydrator und ihre wichtige Rolle
Ich kann es nicht oft genug betonen: Eine sorgfältige Nagelvorbereitung ist das A und O für haltbare Acrylnägel. Hier kommen Primer und Dehydrator ins Spiel.Der Dehydrator ist dein erster Schritt nach der mechanischen Vorbereitung des Nagels. Er entzieht dem Naturnagel Feuchtigkeit und Fette, die die Haftung des Acryls beeinträchtigen könnten. Stell dir vor, du möchtest etwas auf eine fettige Oberfläche kleben es würde nicht halten. Genauso ist es mit deinen Nägeln. Ein guter Dehydrator sorgt für eine saubere, trockene Basis.
Danach kommt der Primer. Er wirkt wie ein doppelseitiges Klebeband. Es gibt säurehaltige und säurefreie Primer. Säurefreie Primer sind schonender für den Naturnagel und bilden eine klebrige Schicht, die eine optimale Verbindung zwischen dem Naturnagel und dem Acryl herstellt. Der Primer ist entscheidend, um Liftings zu vermeiden also das Ablösen des Materials vom Naturnagel. Überspringe diese Schritte niemals, wenn du möchtest, dass deine Modellage hält!
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur perfekten Acrylmodellage
Die 5 Regeln der Nagelvorbereitung, die du niemals ignorieren darfst
Die Grundlage für jede haltbare Acrylmodellage ist eine makellose Nagelvorbereitung. Ich habe hier die fünf wichtigsten Regeln für dich zusammengefasst:
- Reinigen und Desinfizieren: Beginne immer mit sauberen Händen und Nägeln. Desinfiziere deine Hände und die Nägel gründlich, um Keime zu entfernen und Infektionen vorzubeugen.
- Nagelhaut zurückschieben und entfernen: Schiebe die Nagelhaut vorsichtig mit einem Nagelhautschieber zurück. Entferne überschüssige, abgestorbene Nagelhaut mit einer Nagelhautzange oder einem ProPusher. Achte darauf, die lebende Haut nicht zu verletzen. Material, das auf der Nagelhaut landet, führt unweigerlich zu Liftings.
- Nagelplatte anrauen: Raue die Oberfläche des Naturnagels sanft mit einem Buffer oder einer feinen Feile (z.B. 240 Grit) an. Es geht nicht darum, den Nagel dünn zu feilen, sondern lediglich den natürlichen Glanz zu entfernen, um eine bessere Haftung zu ermöglichen. Der Nagel sollte matt erscheinen.
- Entfetten mit Dehydrator: Trage den Dehydrator auf den gesamten Naturnagel auf. Er entzieht dem Nagel die letzte Feuchtigkeit und Fette, die die Haftung beeinträchtigen könnten. Lass ihn kurz an der Luft trocknen.
- Primer auftragen: Trage eine dünne Schicht Primer auf den Naturnagel auf. Bei säurefreiem Primer sollte eine leicht klebrige Schicht entstehen. Bei säurehaltigem Primer ist eine winzige Menge ausreichend. Lass auch diesen kurz antrocknen.
Diese Schritte sind nicht verhandelbar. Jede Abkürzung hier rächt sich später mit Liftings oder schlechter Haltbarkeit.
Die Kunst des perfekten Bällchens: Das richtige Mischverhältnis meistern
Das perfekte Acrylbällchen zu formen, ist die Königsdisziplin der Acrylmodellage und erfordert Übung. Das Mischverhältnis von Liquid zu Pulver ist entscheidend. Ich tauche meinen Pinsel ins Liquid, streife ihn leicht am Rand des Dappen Dishes ab, um überschüssiges Liquid zu entfernen, und nehme dann mit der Pinselspitze eine kleine Menge Pulver auf. Das Pulver saugt sich mit dem Liquid voll und bildet innerhalb weniger Sekunden ein kleines Bällchen am Pinsel.
- Perfektes Bällchen: Es sollte glatt, glänzend und formbar sein, ohne zu tropfen oder zu krümelig zu wirken. Es hält seine Form und lässt sich leicht modellieren.
- Zu nass: Wenn das Bällchen zu nass ist, tropft es vom Pinsel, ist schwer zu kontrollieren und kann zu Liftings führen, da es nicht richtig aushärtet und die Haftung beeinträchtigt. Außerdem kann es unter die Nagelhaut laufen.
- Zu trocken: Ein zu trockenes Bällchen ist krümelig, lässt sich schlecht verarbeiten und haftet nicht richtig. Es kann zu Lufteinschlüssen und einer porösen Oberfläche führen.
Mein Tipp: Übe das Formen der Bällchen zunächst auf einem Übungsfinger oder einem Tip, bevor du es auf dem Naturnagel versuchst. Es geht darum, ein Gefühl für das Material und die richtige Menge Liquid zu bekommen. Mit der Zeit wirst du ein Auge dafür entwickeln, wann das Bällchen perfekt ist.
Schritt für Schritt: Von der Applikation bis zur Formgebung des Nagels
Nachdem du das perfekte Bällchen geformt hast, geht es an die Applikation. Hier ist meine bewährte Methode:
- Das erste Bällchen (Stresspunkt): Setze das erste, mittelgroße Bällchen im Bereich des Stresspunkts (ungefähr in der Mitte des Nagels) ab. Dies ist der Bereich, der am meisten Belastung aushalten muss. Drücke das Bällchen sanft an und verteile das Material mit der Pinselspitze nach außen und zur Spitze hin.
- Modellieren der Nagelform: Arbeite zügig, aber präzise. Forme die gewünschte Nagelform (z.B. Square, Oval, Almond). Achte darauf, dass das Material nicht zu dick an den Seitenrändern oder der Nagelhaut ist.
- Das zweite Bällchen (Apex und C-Kurve): Nimm ein weiteres Bällchen auf und setze es etwas näher an der Nagelhaut an. Verteile es sanft zur Nagelhaut hin, ohne diese zu berühren, und ziehe es dann über den Stresspunkt zur Nagelspitze. Hierbei formst du den Apex (den höchsten Punkt der Modellage), der für Stabilität sorgt, und die C-Kurve (die Wölbung des Nagels von Seite zu Seite), die dem Nagel Festigkeit verleiht.
- Das dritte Bällchen (Nagelhautbereich): Falls nötig, nimm ein kleines, eher trockenes Bällchen für den Nagelhautbereich. Verteile es hauchdünn und fließend zum Naturnagel hin, sodass kein sichtbarer Übergang entsteht. Achte darauf, dass das Material nirgendwo die Nagelhaut berührt, um Liftings zu vermeiden.
- Aushärten lassen: Lass das Acryl vollständig an der Luft aushärten. Du erkennst dies daran, dass es hart und nicht mehr klebrig ist, wenn du leicht darauf klopfst.
Denke daran, dass der Nagel in drei Zonen unterteilt wird: der Nagelhautbereich (dünn), der Stresspunkt (stärkster Aufbau) und die Nagelspitze (mittlerer Aufbau). Eine gleichmäßige Verteilung des Materials in diesen Zonen ist der Schlüssel zu einem stabilen und ästhetischen Ergebnis.
Das Finish: So feilst, bufferst und versiegelst du für maximalen Glanz und Haltbarkeit
Nachdem das Acryl vollständig ausgehärtet ist, folgt das Finish und hier wird der Nagel wirklich perfektioniert:
- Grobfeilen zur Formgebung: Nimm eine grobe Feile (z.B. 100/100 Grit) und bringe den Nagel in die endgültige Form. Achte auf die Seitenlinien, die Nagelspitze und die Oberfläche. Feile immer in eine Richtung, um eine glatte Oberfläche zu erzielen.
- Feinfeilen zum Glätten: Wechsle zu einer feineren Feile (z.B. 180/180 Grit) und glätte alle Unebenheiten. Entferne alle sichtbaren Feilspuren der gröberen Feile. Der Nagel sollte sich glatt anfühlen.
- Buffern für eine ebenmäßige Oberfläche: Verwende einen Buffer, um die Oberfläche des Nagels noch weiter zu glätten und auf Hochglanz vorzubereiten. Buffere, bis der Nagel gleichmäßig matt und frei von Kratzern ist.
- Staub entfernen: Bürste den gesamten Feilstaub gründlich ab. Ich empfehle, die Nägel zusätzlich mit einem Cleaner und einer Zellette zu reinigen, um auch feinste Staubpartikel zu entfernen.
- Versiegeln für Glanz und Schutz: Trage zum Schluss einen Top Coat (Glanzversiegler) auf. Dieser schützt die Modellage, verleiht einen wunderschönen Glanz und kann auch die Haltbarkeit verlängern. Lass den Top Coat unter einer UV-/LED-Lampe aushärten, falls es sich um ein Gel-Produkt handelt, oder lass ihn an der Luft trocknen, wenn es ein lufttrocknender Lack ist.
Häufige Anfängerfehler und wie du sie garantiert vermeidest
"Hilfe, es hebt sich!" Ursachen für Liftings finden und beheben
Liftings sind der Albtraum jeder Nageldesignerin und jedes DIY-Anfängers. Sie sind nicht nur unschön, sondern können auch ein Einfallstor für Bakterien sein. Hier sind die häufigsten Ursachen und meine Tipps, wie du sie vermeidest:
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Schlechte Nagelvorbereitung:
- Ursache: Nicht gründlich genug gereinigt, Nagelhaut nicht vollständig entfernt, Nagelplatte nicht ausreichend angeraut, Fettreste auf dem Nagel.
- Lösung: Befolge die 5 Regeln der Nagelvorbereitung penibel. Achte darauf, dass der Nagel wirklich matt und sauber ist, bevor du mit der Modellage beginnst.
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Falsches Mischverhältnis:
- Ursache: Das Acrylbällchen war zu nass oder zu trocken.
- Lösung: Übe das Formen des perfekten Bällchens. Ein zu nasses Bällchen härtet nicht richtig aus, ein zu trockenes haftet schlecht. Achte auf eine glatte, formbare Konsistenz.
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Kontakt mit der Nagelhaut:
- Ursache: Das Acrylmaterial berührt die Nagelhaut oder die Seitenränder.
- Lösung: Halte immer einen winzigen Abstand zur Nagelhaut ein (den sogenannten "Lichtspalt"). Wenn Material auf die Haut gelangt, entferne es sofort mit einem feuchten Pinsel, bevor es aushärtet.
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Zu dünne Modellage:
- Ursache: Der Nagel ist nicht stabil genug aufgebaut, besonders am Stresspunkt.
- Lösung: Achte auf den korrekten Aufbau mit Apex und C-Kurve. Der Stresspunkt muss ausreichend Material haben, um Belastungen standzuhalten.
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Trauma oder Stöße:
- Ursache: Der Nagel wurde stark angestoßen oder überdehnt.
- Lösung: Sei vorsichtig mit deinen Nägeln! Auch die härteste Modellage kann bei extremer Belastung leiden.
Zu dick, zu dünn, zu uneben: So gelingt dir eine ebenmäßige Modellage
Eine gleichmäßige und ästhetische Modellage ist das Ziel. Oft sehe ich bei Anfängern, dass die Nägel entweder zu dick und klobig wirken, zu dünn sind und schnell brechen, oder uneben und wellig aussehen. Der Schlüssel liegt in der Kontrolle des Materials und der gleichmäßigen Verteilung. Nimm lieber mehrere kleine Bällchen, als ein großes, das du dann mühsam verteilen musst. Konzentriere dich darauf, das Material sanft vom Pinsel zu drücken und es mit der Pinselspitze in die gewünschte Form zu ziehen. Achte besonders auf den Übergang zum Naturnagel im Nagelhautbereich dieser sollte hauchdünn auslaufen. Auch die Seitenlinien müssen sauber und parallel sein. Nutze die Aushärtungszeit des Acryls optimal aus, um immer wieder nachzuarbeiten und die Oberfläche zu glätten, bevor es vollständig fest wird. Denke daran: Übung macht den Meister!
Der Geruch: Tipps und Tricks für die Anwendung in geschlossenen Räumen
Ich muss ehrlich sein: Der intensive, chemische Geruch des Monomers ist der größte Nachteil des Acrylsystems. Er kann empfindliche Nasen stören und ist in geschlossenen Räumen nicht ideal. Aber es gibt Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um die Geruchsbelästigung zu minimieren:
- Gute Belüftung ist das A und O: Öffne immer ein Fenster, wenn du mit Acryl arbeitest. Sorge für einen ständigen Luftaustausch.
- Aktivkohlefilter: Ein kleiner Tischventilator mit Aktivkohlefilter kann helfen, die Dämpfe zu neutralisieren und abzusaugen.
- Spezielle geruchsarme Liquids: Es gibt mittlerweile Liquids, die als "geruchsarm" oder "low odor" beworben werden. Sie sind zwar nicht völlig geruchsneutral, aber deutlich angenehmer.
- Dappen Dish mit Deckel: Bewahre das Liquid immer in einem Dappen Dish mit Deckel auf und verschließe es sofort nach Gebrauch.
- Arbeitsplatz abdecken: Lege eine Unterlage aus, die du nach der Modellage entsorgen kannst, um Geruchsrückstände zu vermeiden.
- Kurze Arbeitszeiten: Versuche, deine Modellage in einem Rutsch zu erledigen, um die Expositionszeit zu minimieren.
Mehr als nur Modellage: Kreative Möglichkeiten mit Acrylpulver
Der zeitlose Klassiker: Babyboomer-Nägel mit Acrylpulver gestalten
Babyboomer-Nägel sind ein absoluter Trend, der gekommen ist, um zu bleiben. Dieses Design ist eine moderne Interpretation der klassischen French Nails und zeichnet sich durch einen sanften, fließenden Ombré-Verlauf von einem milchigen Rosa oder Nude am Nagelbett zu einem zarten Weiß an der Nagelspitze aus. Mit Acrylpulver lässt sich dieser Übergang wunderbar modellieren, indem man das rosafarbene Pulver am Nagelbett und das weiße Pulver an der Spitze ansetzt und die beiden Farben mit dem Pinsel sanft ineinander verblendet. Das Ergebnis ist ein eleganter, natürlicher Look, der zu jedem Anlass passt.

Von Nude bis Neon: Die faszinierende Welt der farbigen Acrylpulver
Die Vielfalt der farbigen Acrylpulver ist schier grenzenlos! Neben den klassischen Farben für French oder Babyboomer gibt es eine riesige Auswahl an Pigmenten, mit denen du deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst. Ich liebe es, mit Fullcover-Designs zu arbeiten, bei denen der gesamte Nagel in einer Farbe modelliert wird. Aktuell sind Nude-Töne und Milky White sehr gefragt, da sie einen eleganten und gepflegten Look erzeugen. Aber auch kräftige Farben, Glitzer-Acryle oder sogar thermische Pulver, die ihre Farbe bei Temperaturwechsel ändern, sind erhältlich. Ob du nun Akzentnägel setzen, aufwendige Muster gestalten oder einfach nur einen Farbtupfer in deinen Alltag bringen möchtest mit farbigen Acrylpulvern ist alles möglich.
Einführung in 3D-Nailart: Wie du einfache Blumen und Muster modellierst
Acrylpulver ist prädestiniert für 3D-Nailart, da es eine hervorragende Formstabilität bietet und an der Luft aushärtet. Für den Anfang kannst du ganz einfache Formen wie kleine Blumen oder Blätter modellieren. Dafür nimmst du ein sehr kleines, eher trockenes Acrylbällchen auf und setzt es auf den fertig modellierten Nagel. Mit der Pinselspitze drückst du das Bällchen dann sanft in die gewünschte Form zum Beispiel zu einem Blütenblatt. Arbeite dich so von Blütenblatt zu Blütenblatt vor. Mit etwas Übung und Geduld kannst du so beeindruckende, erhabene Designs schaffen, die deinen Nägeln eine ganz besondere Dimension verleihen.
Pflege und Entfernung: So bleiben deine Naturnägel gesund
Die richtige Pflege: Tipps für den Alltag mit Acrylnägeln
Damit deine Acrylnägel lange schön und deine Naturnägel darunter gesund bleiben, ist die richtige Pflege im Alltag unerlässlich. Hier sind meine wichtigsten Tipps:
- Regelmäßiges Nagelöl: Trage täglich Nagelöl auf die Nagelhaut und den Nagel auf. Das hält die Nagelhaut geschmeidig und beugt Trockenheit vor, die durch das Acryl entstehen kann.
- Schutzhandschuhe: Trage bei Hausarbeiten, Gartenarbeit oder beim Umgang mit Chemikalien immer Schutzhandschuhe. Aggressive Reiniger können das Acryl angreifen und die Haltbarkeit beeinträchtigen.
- Vorsicht bei Stößen: Auch wenn Acrylnägel sehr stabil sind, können starke Stöße oder das Hebeln mit den Nägeln zu Brüchen führen. Sei achtsam im Umgang mit deinen Nägeln.
- Nicht selbst reparieren: Bei Beschädigungen oder Liftings solltest du nicht versuchen, diese selbst zu reparieren. Das kann die Situation verschlimmern und zu Infektionen führen. Suche lieber einen Profi auf.
Wann ist es Zeit zum Auffüllen? Anzeichen erkennen
Acrylnägel wachsen mit deinem Naturnagel heraus. Typischerweise ist es nach drei bis vier Wochen Zeit für einen Auffülltermin, auch Refill genannt. Du erkennst dies daran, dass am Nagelbett ein deutlicher Spalt zwischen dem Acryl und der Nagelhaut sichtbar wird. Außerdem verschiebt sich der Stresspunkt des Nagels mit dem Wachstum nach vorne, was die Stabilität beeinträchtigen und zu Brüchen führen kann. Ein regelmäßiges Auffüllen ist wichtig, um die Statik des Nagels zu erhalten und Schäden am Naturnagel zu vermeiden.Die schonende Entfernung: So löst du Acrylnägel ab, ohne den Naturnagel zu ruinieren
Die Entfernung von Acrylnägeln ist ein Prozess, der Geduld erfordert und schonend durchgeführt werden muss, um den Naturnagel nicht zu beschädigen. Bitte versuche niemals, Acrylnägel einfach abzureißen oder abzufeilen das ist der sicherste Weg, deine Naturnägel zu ruinieren. So gehst du richtig vor:
- Oberfläche anfeilen: Feile die oberste Schicht des Acryls mit einer groben Feile (z.B. 100/180 Grit) an. Es geht darum, den Glanzversiegler und einen Teil des Acryls zu entfernen, um das Einweichen zu erleichtern, nicht darum, den Naturnagel zu erreichen.
- Aceton vorbereiten: Gib reines Aceton in ein kleines Glasschälchen oder verwende spezielle Remover-Pads, die mit Aceton getränkt sind.
- Nägel einweichen: Tauche deine Nägel für etwa 15-20 Minuten in das Aceton ein. Alternativ kannst du die getränkten Pads auf die Nägel legen und diese mit Alufolie umwickeln. Die Wärme der Hände beschleunigt den Prozess.
- Acryl sanft entfernen: Nach der Einwirkzeit sollte das Acryl weich und gummiartig geworden sein. Schiebe es vorsichtig mit einem Nagelhautschieber oder einem Rosenholzstäbchen vom Nagel. Wenn es sich nicht leicht lösen lässt, weiche die Nägel erneut ein. Übe keinen Druck aus!
- Reste entfernen und pflegen: Entferne alle Acrylreste und feile den Naturnagel bei Bedarf vorsichtig in Form. Wasche deine Hände gründlich und trage anschließend großzügig Nagelöl und eine reichhaltige Handcreme auf, da Aceton die Nägel und die Haut stark austrocknet.
Pflege-Routine nach der Entfernung zur Stärkung deiner Naturnägel
Nach der Acrylentfernung können deine Naturnägel etwas strapaziert und trocken sein. Eine intensive Pflegeroutine hilft ihnen, sich schnell zu regenerieren und zu stärken:
- Tägliches Nagelöl: Verwende weiterhin täglich ein hochwertiges Nagelöl, um die Nägel und die Nagelhaut mit Feuchtigkeit zu versorgen und die Elastizität zu verbessern.
- Nagelhärter oder stärkende Lacke: Trage über einen Zeitraum von mehreren Wochen einen stärkenden Unterlack oder einen speziellen Nagelhärter auf. Achte auf Produkte mit Keratin oder Biotin.
- Feuchtigkeitspflege: Creme deine Hände und Nägel mehrmals täglich mit einer reichhaltigen Hand- und Nagelcreme ein.
- Vorsicht im Alltag: Sei in den ersten Wochen besonders vorsichtig mit deinen Nägeln. Vermeide starke Belastungen und trage bei Bedarf Schutzhandschuhe.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen (insbesondere Biotin und Zink) unterstützt das Nagelwachstum von innen heraus.
