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Ingelore Beckmann

Ingelore Beckmann

12. Oktober 2025

Echt tierversuchsfrei? So entlarven Sie Greenwashing & finden Marken

Echt tierversuchsfrei? So entlarven Sie Greenwashing & finden Marken

Inhaltsverzeichnis

Die Suche nach wirklich tierversuchsfreier Kosmetik ist in den letzten Jahren komplexer geworden, aber keineswegs aussichtslos. Viele von uns möchten mit ihren Kaufentscheidungen einen positiven Unterschied machen und sicherstellen, dass unsere Beauty-Produkte ethisch einwandfrei sind. In diesem Artikel führe ich Sie durch den Dschungel der Siegel, Gesetze und Marketingversprechen, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können und genau wissen, wie Sie im Alltag tierversuchsfreie Kosmetik erkennen und finden.

Ethisch schön: Wie Sie wirklich tierversuchsfreie Kosmetik erkennen und finden

  • Die EU verbietet Tierversuche für Kosmetika, doch globale Märkte (z.B. China) und Verordnungen wie REACH schaffen weiterhin Schlupflöcher.
  • Verlässliche Siegel wie der "Leaping Bunny" sind entscheidend, da sie die gesamte Lieferkette überprüfen und echte Transparenz bieten.
  • "Tierversuchsfrei" bedeutet, dass weder Endprodukt noch Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, schließt aber tierische Inhaltsstoffe nicht aus im Gegensatz zu "vegan".
  • Nutzen Sie spezielle Apps und Markenlisten, um Produkte schnell und sicher als tierversuchsfrei zu identifizieren.
  • Achten Sie auf die Gesamtpolitik der Marke und mögliche Mutterkonzerne, die Tierversuche durchführen könnten.

Tierversuchsfreie Kosmetik: Warum die Wahl heute komplexer ist

Als Verbraucherin, die Wert auf ethische Produkte legt, stehe ich oft vor der Frage: Ist das Produkt, das ich in den Händen halte, wirklich tierversuchsfrei? Obwohl die Europäische Union ein klares Verbot von Tierversuchen für Kosmetika erlassen hat, ist die Realität auf dem globalen Markt undurchsichtiger, als man zunächst annehmen könnte. Es gibt verschiedene Faktoren, die es erschweren, eine wirklich fundierte Entscheidung zu treffen, und ich möchte Ihnen helfen, diese Hürden zu verstehen und zu überwinden.

Die Gesetzeslage in der EU: Ein Verbot mit Schlupflöchern?

Die Europäische Union war Vorreiterin beim Verbot von Tierversuchen für Kosmetika. Bereits 2004 wurde das Testen von kosmetischen Endprodukten an Tieren verboten, 2009 folgte das Verbot für kosmetische Inhaltsstoffe. Der entscheidende Schritt kam 2013 mit dem vollständigen Verkaufsverbot für Kosmetika, deren Inhaltsstoffe außerhalb der EU für kosmetische Zwecke an Tieren getestet wurden. Das klingt nach einer klaren Sache, nicht wahr? Doch leider gibt es, wie so oft, einige Aspekte, die die Situation komplizierter machen.

Die EU hat zwar ein klares Verbot erlassen, doch die Realität des globalen Marktes und andere Regulierungen machen es für Konsumenten schwierig, wirklich zu durchschauen, ob ein Produkt gänzlich unbedenklich ist.

Das China-Dilemma: Wie der globale Markt die Ethik auf die Probe stellt

Eines der größten "Schlupflöcher" war lange Zeit der chinesische Markt. Wenn eine Marke ihre Produkte in China verkaufen wollte, waren Tierversuche für importierte Kosmetika gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutete, dass selbst Marken, die sich in Europa als tierversuchsfrei positionierten, für den chinesischen Markt Tierversuche in Kauf nehmen mussten. Das hat viele von uns vor ein echtes ethisches Dilemma gestellt. Es gab jedoch eine positive Entwicklung: Seit dem 1. Mai 2021 hat China die Vorschriften für sogenannte "allgemeine Kosmetika" gelockert. Unter bestimmten Bedingungen, wie der Vorlage eines Zertifikats zur guten Herstellungspraxis, können diese Produkte nun ohne Tierversuche importiert werden. Das ist ein wichtiger Fortschritt! Aber Vorsicht: Für "Spezialkosmetika" wie Haarfärbemittel, Sonnenschutzmittel oder Produkte zur Haarentfernung können weiterhin Tierversuche vorgeschrieben sein. Die Situation bleibt also komplex und erfordert genaue Recherche.

REACH-Verordnung: Das versteckte Versuchslabor, das kaum jemand kennt

Ein weiteres, oft übersehenes Problem ist die EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Diese Verordnung kann Tierversuche für die allgemeine Sicherheitsbewertung von Inhaltsstoffen vorschreiben, auch wenn diese Stoffe in Kosmetika verwendet werden. Das bedeutet: Ein Inhaltsstoff mag zwar nicht für kosmetische Zwecke an Tieren getestet worden sein, aber für die REACH-Zulassung möglicherweise schon. Dies ist ein verstecktes Schlupfloch, das es für uns Verbraucherinnen noch schwieriger macht, die vollständige Tierversuchsfreiheit eines Produkts zu garantieren. Es zeigt, wie wichtig es ist, über den Tellerrand der reinen Kosmetikverordnung zu blicken.

Der Siegel-Kompass: Diese Zertifikate garantieren tierversuchsfreie Kosmetik

Angesichts der komplexen Gesetzeslage und der globalen Marktverflechtungen sind Zertifizierungssiegel unsere wichtigsten und verlässlichsten Wegweiser. Sie bieten eine Orientierung, die weit über vage Marketingversprechen hinausgeht. Ich persönlich verlasse mich sehr auf diese Siegel, denn sie bedeuten, dass eine unabhängige Stelle die Einhaltung strenger Kriterien überprüft hat.

Das Gold-Standard-Siegel: Was den "Leaping Bunny" so sicher macht

Wenn es um Tierversuchsfreiheit geht, ist der "Leaping Bunny" für mich der internationale Goldstandard. Dieses Siegel, vergeben von der Organisation Cruelty Free International, ist besonders streng. Es garantiert nicht nur, dass das Endprodukt nicht an Tieren getestet wurde, sondern auch, dass dies für alle Inhaltsstoffe in der gesamten Lieferkette gilt. Unternehmen, die dieses Siegel tragen möchten, müssen sich jährlichen Neuzertifizierungen unterziehen und die Einhaltung der Kriterien durch unabhängige Audits nachweisen. Für mich ist der Leaping Bunny ein klares Zeichen dafür, dass eine Marke es mit der Tierversuchsfreiheit ernst meint.

PETA vs. Veganblume: Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der bekanntesten Logos

Neben dem Leaping Bunny gibt es weitere bekannte Siegel, die oft für Verwirrung sorgen können. Das PETA "Cruelty-Free"-Siegel ist weit verbreitet und zertifiziert Marken, die schriftlich versichern, keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben. PETA bietet auch eine Variante "Cruelty-Free and Vegan" an, die zusätzlich garantiert, dass keine tierischen Inhaltsstoffe verwendet werden. Es ist ein gutes Siegel, aber die Überprüfung ist weniger umfassend als beim Leaping Bunny, da sie primär auf schriftlichen Zusicherungen basiert.

Die "Veganblume" (The Vegan Society) ist ein weiteres wichtiges Logo. Sie kennzeichnet Produkte, die rein pflanzlich sind und schließt im Herstellungsprozess Tierversuche aus. Der Fokus liegt hier also auf dem Verzicht auf tierische Inhaltsstoffe, wobei die Tierversuchsfreiheit ein integraler Bestandteil der Kriterien ist. Wenn Sie also sowohl tierversuchsfrei als auch vegan einkaufen möchten, ist die Veganblume eine sehr gute Wahl.

Naturkosmetik-Siegel wie NATRUE: Sind sie automatisch tierversuchsfrei?

Viele von uns assoziieren Naturkosmetik automatisch mit Tierversuchsfreiheit. Und tatsächlich verbieten die meisten renommierten Naturkosmetik-Siegel wie NATRUE, BDIH oder Ecocert Tierversuche. Das ist eine gute Nachricht! Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass nicht jede Naturkosmetik automatisch zertifiziert ist. Der Begriff "Naturkosmetik" ist nicht gesetzlich geschützt, und es gibt auch hier schwarze Schafe. Daher gilt auch bei Naturkosmetik: Achten Sie auf ein vertrauenswürdiges Siegel, um sicherzugehen, dass die Produkte wirklich tierversuchsfrei sind und den hohen Standards entsprechen, die wir erwarten.

Achtung Greenwashing: Diese irreführenden Claims sollten Sie ignorieren

Leider nutzen einige Unternehmen die wachsende Nachfrage nach ethischen Produkten aus, indem sie irreführende Behauptungen auf ihren Verpackungen anbringen. Hier sind einige Formulierungen, bei denen ich persönlich skeptisch werde und die Sie ignorieren sollten, wenn kein offizielles Siegel vorhanden ist:

  • "Nicht an Tieren getestet": Dieser Claim ist oft vage. Er könnte bedeuten, dass nur das Endprodukt nicht getestet wurde, aber nicht die einzelnen Inhaltsstoffe. Oder er könnte sich nur auf Tests im eigenen Labor beziehen, nicht auf Tests, die von Dritten im Auftrag des Unternehmens durchgeführt werden.
  • "Tierversuchsfrei entwickelt": Ähnlich wie der vorherige Claim ist dies eine schwammige Formulierung, die keine Garantie für die gesamte Lieferkette bietet.
  • "Entspricht den EU-Gesetzen": Da Tierversuche in der EU sowieso verboten sind, ist dies eine Selbstverständlichkeit und kein besonderes Qualitätsmerkmal. Es sagt nichts darüber aus, ob die Marke in Ländern verkauft, wo Tierversuche vorgeschrieben sind.
  • Symbole ohne offizielle Bedeutung: Manche Marken verwenden eigene, nicht zertifizierte Hasen- oder Pfoten-Logos, die keine Aussagekraft haben und lediglich dem Greenwashing dienen.

Ihr praktischer Guide: So erkennen Sie tierversuchsfreie Kosmetik im Alltag

Nachdem wir die komplexen Hintergründe beleuchtet haben, kommen wir nun zum Kern: Wie können Sie im Alltag, beim Einkauf in der Drogerie oder online, sicherstellen, dass Ihre Kosmetik wirklich tierversuchsfrei ist? Ich habe einige praktische Schritte zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen werden.

Schritt 1: Die Marke prüfen, nicht nur das Produkt

Der wichtigste Schritt ist, die gesamte Markenphilosophie zu prüfen. Es reicht nicht aus, nur auf ein kleines Logo auf der Produktverpackung zu achten. Eine Marke kann ein einzelnes Produkt als tierversuchsfrei bewerben, während sie gleichzeitig in Ländern verkauft, in denen Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind. Recherchieren Sie, ob die Marke in China oder anderen Ländern mit Testpflicht aktiv ist. Prüfen Sie auch, ob die Marke zu einem Mutterkonzern gehört, der selbst Tierversuche durchführt. Viele tierversuchsfreie Marken wurden von großen Konzernen übernommen, die diese Standards nicht teilen. Für mich persönlich ist das ein Ausschlusskriterium.

Schritt 2: Apps als Ihr persönlicher Detektiv im Drogeriemarkt

In der heutigen digitalen Welt sind Apps unsere besten Freunde beim ethischen Einkauf. Sie machen die Recherche schnell und unkompliziert. Ich empfehle Ihnen folgende Apps:

  • CodeCheck: Diese App ist ein Allrounder. Scannen Sie den Barcode eines Produkts, und CodeCheck liefert Ihnen Informationen zu Inhaltsstoffen, Tierversuchen und Umweltverträglichkeit. Sie zeigt auch an, ob ein Produkt vegan ist.
  • ToxFox (BUND): Die ToxFox-App des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hilft Ihnen, Produkte auf hormonell wirksame Chemikalien und Mikroplastik zu prüfen, gibt aber auch Hinweise zu Tierversuchen.
  • Bunny Free (PETA): Dies ist PETAs offizielle App, die Ihnen eine Liste von Marken anzeigt, die von PETA als tierversuchsfrei zertifiziert wurden. Sie können Produkte suchen oder einfach durch die Liste scrollen.

Schritt 3: So lesen Sie die Verpackung richtig auch ohne Siegel

Manchmal finden Sie ein Produkt interessant, aber es trägt kein offensichtliches Siegel. Auch dann gibt es Möglichkeiten, die Verpackung richtig zu "lesen":

  • Klare Statements des Unternehmens: Suchen Sie nach expliziten, unmissverständlichen Aussagen des Unternehmens auf der Verpackung oder der Website, die versichern, dass weder das Endprodukt noch die Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden und dass sie auch keine Tierversuche in Auftrag geben.
  • Herstellungsland: Achten Sie auf die Angabe des Herstellungslandes. Produkte, die ausschließlich in der EU hergestellt und verkauft werden, sind aufgrund der Gesetzeslage sicherer.
  • Inhaltsstoffliste prüfen (für Veganer): Wenn Sie auch vegane Kosmetik wünschen, überprüfen Sie die Inhaltsstoffliste auf tierische Bestandteile wie Bienenwachs (Cera Alba), Honig (Mel), Lanolin, Karmin (CI 75470) oder Kollagen.
  • Kontakt zum Hersteller: Im Zweifelsfall scheuen Sie sich nicht, den Kundenservice des Herstellers direkt zu kontaktieren und gezielte Fragen zu stellen. Eine transparente Antwort ist ein gutes Zeichen.

Entdecken Sie: Die besten tierversuchsfreien Marken für jeden Geldbeutel

Es ist mir wichtig zu zeigen, dass tierversuchsfreie Kosmetik nicht teuer sein muss und für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Auswahl ist riesig, von preiswerten Drogeriemarken bis hin zu luxuriösen Nischenprodukten. Hier sind einige meiner Favoriten, die Sie bedenkenlos kaufen können:

Für den kleinen Geldbeutel: Top-Marken aus Drogerien wie dm & Rossmann

Gerade in Drogeriemärkten finden sich immer mehr ausgezeichnete und erschwingliche tierversuchsfreie Optionen. Hier einige meiner Empfehlungen:

  • Lavera: Eine etablierte Naturkosmetikmarke, die breit verfügbar ist und eine große Produktpalette bietet.
  • alverde (dm-Eigenmarke): Die Naturkosmetik-Eigenmarke von dm ist nicht nur tierversuchsfrei, sondern auch meist vegan und sehr preiswert.
  • Alterra (Rossmann-Eigenmarke): Das Pendant zu alverde bei Rossmann, ebenfalls eine gute und günstige Naturkosmetik-Option.
  • e. l. f. Cosmetics: Eine sehr beliebte Make-up-Marke, die für ihre Qualität zu günstigen Preisen bekannt ist und komplett tierversuchsfrei agiert.
  • essence: Extrem preiswerte und trendige Make-up-Marke, die schon lange tierversuchsfrei ist.
  • Catrice: Die Schwestermarke von essence bietet ebenfalls ein breites Sortiment an tierversuchsfreiem Make-up.
  • NYX Professional Makeup: Eine professionelle Make-up-Marke, die in vielen Drogerien erhältlich ist und sich klar zur Tierversuchsfreiheit bekennt.
  • wet n wild: Eine weitere sehr preiswerte Make-up-Marke, die stolz das Leaping Bunny Siegel trägt.

Wenn es etwas mehr sein darf: Luxus- und Nischenmarken ohne Kompromisse

Auch im höherpreisigen Segment gibt es eine wachsende Zahl an Marken, die auf Tierversuche verzichten und dabei oft innovative Formulierungen und hochwertige Inhaltsstoffe bieten:

  • The Ordinary: Bekannt für effektive und erschwingliche Hautpflege mit klaren Wirkstoffen.
  • bareMinerals: Eine Pionierin im Bereich Mineral-Make-up, die von Anfang an tierversuchsfrei war.
  • Hourglass: Eine luxuriöse Make-up-Marke, die sich nicht nur der Tierversuchsfreiheit, sondern auch der veganen Produktion verschrieben hat.
  • Too Faced: Eine beliebte Make-up-Marke mit verspieltem Design und einer klaren Haltung gegen Tierversuche.
  • Tarte Cosmetics: Bekannt für ihre "High-Performance Naturals" und tierversuchsfreie Produkte.
  • Drunk Elephant: Eine Clean-Beauty-Marke, die auf reizende Inhaltsstoffe verzichtet und tierversuchsfrei ist.
  • Fenty Beauty: Die Make-up-Marke von Rihanna ist bekannt für ihre Inklusivität und ist tierversuchsfrei.

Online-Geheimtipps: Wo Sie innovative und cleane Beauty-Marken entdecken

Viele der innovativsten und sogenannten "cleane" Beauty-Marken finden ihren Weg oft zuerst in den Online-Handel. Hier haben Sie die Möglichkeit, Marken zu entdecken, die vielleicht noch nicht in jeder Drogerie oder Parfümerie zu finden sind. Viele der oben genannten Luxus- und Nischenmarken sind primär online erhältlich. Ich empfehle Ihnen, auf spezialisierten Online-Shops für Naturkosmetik oder Clean Beauty zu stöbern. Dort finden Sie oft kuratierte Auswahlen und detaillierte Informationen zu den Marken und deren Ethik-Standards. Es lohnt sich, hier etwas Zeit in die Recherche zu investieren!

Zdjęcie Echt tierversuchsfrei? So entlarven Sie Greenwashing & finden Marken

Häufige Fragen: Was Sie über tierversuchsfreie Kosmetik wissen sollten

Im Laufe meiner Beschäftigung mit tierversuchsfreier Kosmetik sind mir immer wieder ähnliche Fragen begegnet. Hier beantworte ich die häufigsten, um letzte Unklarheiten zu beseitigen.

Ist "vegan" immer auch "tierversuchsfrei"? Die entscheidende Unterscheidung

Das ist eine der häufigsten Verwechslungen! Die Antwort ist: Nicht unbedingt. "Tierversuchsfrei" bedeutet, dass weder das Endprodukt noch die Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden. Das Produkt kann aber weiterhin tierische Inhaltsstoffe enthalten, wie zum Beispiel Bienenwachs, Honig, Lanolin (Wollwachs) oder Karmin (ein roter Farbstoff aus Läusen). "Vegan" hingegen bedeutet, dass das Produkt keinerlei Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthält. Ein veganes Produkt ist jedoch nicht automatisch tierversuchsfrei, auch wenn die meisten zertifizierten veganen Marken auch auf Tierversuche verzichten. Wenn Ihnen beides wichtig ist, achten Sie am besten auf ein Siegel, das beides abdeckt, wie das PETA "Cruelty-Free and Vegan" oder die Veganblume.

Was ist mit den Mutterkonzernen? Die Problematik von Markenübernahmen

Diese Frage ist für viele ethisch bewusste Konsumentinnen eine echte Grauzone. Eine Marke kann selbst tierversuchsfrei sein und dies auch stolz kommunizieren, aber zu einem Mutterkonzern gehören, der in anderen Bereichen oder mit anderen Marken Tierversuche durchführt. Ein klassisches Beispiel ist die Übernahme kleinerer, ethischer Marken durch große Beauty-Konzerne. Für mich persönlich stellt dies ein Problem dar. Ich versuche, Marken zu unterstützen, die nicht Teil solcher Konzerne sind, da ich die gesamte Unternehmensphilosophie unterstützen möchte. Es ist eine individuelle Entscheidung, aber es ist wichtig, sich dieser Problematik bewusst zu sein und zu recherchieren, welche Marken zu welchen Konzernen gehören.

Wie finde ich heraus, ob meine Lieblingsmarke wirklich "sauber" ist?

Wenn Sie Ihre aktuelle Lieblingsmarke überprüfen möchten, empfehle ich Ihnen folgende Schritte:

  • Offizielle Siegel prüfen: Suchen Sie auf der Verpackung und der Website nach vertrauenswürdigen Siegeln wie dem Leaping Bunny, PETA Cruelty-Free oder der Veganblume.
  • Marken-Websites und Ethik-Statements: Besuchen Sie die offizielle Website der Marke. Viele tierversuchsfreie Marken haben eine eigene Sektion, in der sie ihre Ethik-Richtlinien und ihre Position zu Tierversuchen detailliert darlegen. Achten Sie auf klare und unmissverständliche Formulierungen.
  • Apps nutzen: Verwenden Sie die bereits erwähnten Apps wie CodeCheck oder Bunny Free, um schnell Informationen zu erhalten.
  • Mutterkonzern recherchieren: Eine schnelle Online-Suche nach "[Markenname] Mutterkonzern" kann Aufschluss darüber geben, ob die Marke zu einem größeren Unternehmen gehört, das möglicherweise Tierversuche durchführt.

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Ingelore Beckmann

Ingelore Beckmann

Ich bin Ingelore Beckmann und bringe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Schönheit und natürliche Pflegeprodukte mit. Meine Leidenschaft für die Kunst der Seifenherstellung und die Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen hat mich dazu inspiriert, mein Wissen und meine Fähigkeiten in diesem Bereich kontinuierlich zu vertiefen. Durch zahlreiche Workshops und Schulungen habe ich ein fundiertes Verständnis für die chemischen und biologischen Eigenschaften von Pflanzenölen und -extrakten entwickelt, die in der Naturkosmetik eine zentrale Rolle spielen. Ich spezialisiere mich auf die Herstellung und Anwendung von Naturseifen, die nicht nur die Haut pflegen, sondern auch das Wohlbefinden fördern. Mein Ansatz kombiniert traditionelle Techniken mit modernen Erkenntnissen, um Produkte zu kreieren, die sowohl effektiv als auch umweltfreundlich sind. Ich lege großen Wert auf Transparenz und die Verwendung hochwertiger, nachhaltiger Rohstoffe, um sicherzustellen, dass meine Leserinnen und Leser fundierte Entscheidungen treffen können. Mein Ziel beim Schreiben für naturseifenland.de ist es, mein Wissen zu teilen und eine Community zu schaffen, die sich für natürliche Schönheit und Selbstpflege begeistert. Ich strebe danach, inspirierende und informative Inhalte bereitzustellen, die nicht nur aufklären, sondern auch dazu anregen, die eigene Hautpflege ganzheitlich zu betrachten. Vertrauen Sie darauf, dass ich stets akkurate und gut recherchierte Informationen bereitstelle, die Ihnen helfen, die Vorteile der Naturkosmetik zu entdecken.

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