Unerwünschtes Permanent Make-up kann eine Belastung sein, doch glücklicherweise gibt es heute effektive Methoden, um es zu entfernen. Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Informationen über die verschiedenen Entfernungsmethoden, die damit verbundenen Kosten, mögliche Risiken und den Heilungsprozess. Mein Ziel ist es, Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern, damit Sie den für Sie besten Weg wählen können.
Unerwünschtes Permanent Make-up entfernen Methoden, Kosten und was Sie wissen müssen
- Die Laser-Entfernung (Pico- oder Nd:YAG-Laser) gilt als Goldstandard, besonders für dunkle Pigmente, und unterliegt in Deutschland der NiSV-Verordnung.
- Remover-Flüssigkeiten sind eine effektive Alternative, insbesondere für helle Farben (Weiß, Beige, Grün) und empfindliche Bereiche wie den Lidstrich.
- Oft sind 2 bis 8 Sitzungen erforderlich, mit Kosten von 80 € bis 250 € pro Sitzung, abhängig von Methode und Umfang.
- Die NiSV-Verordnung gewährleistet, dass Laserbehandlungen nur von qualifiziertem Personal mit Fachkundenachweis durchgeführt werden dürfen.
- Bei fachgerechter Anwendung und korrekter Nachsorge sind die Risiken wie Narbenbildung oder Pigmentverschiebungen gering.
Unerwünschtes Permanent Make-up: Wann eine Entfernung sinnvoll ist
Die Gründe, warum sich Menschen für die Entfernung ihres Permanent Make-ups entscheiden, sind vielfältig. Oft sehe ich in meiner Praxis Kundinnen, deren PMU im Laufe der Jahre verblasst ist und dabei unschöne Farbveränderungen angenommen hat beispielsweise ein ursprünglich brauner Augenbrauenstrich, der einen rötlichen oder gräulichen Stich bekommen hat. Auch unpassende Formen, die nicht mehr zum aktuellen Gesicht oder persönlichen Stil passen, sind ein häufiger Anlass. Manchmal ist es einfach eine ästhetische Geschmacksänderung, oder aber das Permanent Make-up wurde von Anfang an unprofessionell ausgeführt und entspricht nicht den Erwartungen.
Eine gut überlegte Entscheidung zur PMU-Entfernung ist entscheidend. Es ist wichtig, sich nicht überstürzt für die erstbeste Methode zu entscheiden. Der erste und wichtigste Schritt sollte immer eine umfassende Recherche über die verfügbaren Methoden und die sorgfältige Auswahl eines qualifizierten Studios sein. Nur so können Sie realistische Erwartungen an das Ergebnis entwickeln und sich sicher sein, in guten Händen zu sein.
PMU-Entfernung: Laser oder Remover die Methoden im Vergleich
Die Laser-Entfernung ist für viele der Goldstandard, wenn es um die Beseitigung von Permanent Make-up geht. Dabei kommen meist moderne Pico- oder Nd:YAG-Laser zum Einsatz. Die Funktionsweise ist faszinierend: Der Laser sendet ultrakurze Lichtimpulse aus, die von den Farbpigmenten in der Haut absorbiert werden. Diese Energie zersprengt die Pigmente in winzig kleine Partikel, die dann vom körpereigenen Lymphsystem erkannt und über die Zeit abtransportiert werden. Besonders wichtig in Deutschland ist die NiSV-Verordnung, die seit Ende 2020 die Sicherheit und Qualität dieser Behandlungen regelt und sicherstellt, dass nur qualifiziertes Personal Laserbehandlungen durchführen darf.
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Vorteile der Laserbehandlung:
- Goldstandard: Besonders effektiv bei dunklen und schwarzen Pigmenten, die oft vollständig entfernt werden können.
- Präzision: Der Laser kann sehr gezielt eingesetzt werden, um die umliegende Haut zu schonen.
- Sicherheit: Bei fachgerechter Anwendung und Einhaltung der NiSV-Verordnung ist die Methode sehr sicher.
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Nachteile der Laserbehandlung:
- Farbliche Einschränkungen: Helle Farben wie Weiß, Beige, Gelb oder Grün können oft nicht oder nur schwer vom Laser erfasst werden.
- Mehrere Sitzungen: Für ein optimales Ergebnis sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich.
- Kosten: Die Gesamtkosten können durch die Anzahl der benötigten Sitzungen höher ausfallen.
Eine weitere effektive Methode sind Remover-Flüssigkeiten. Hierbei werden spezielle chemische Lösungen, oft auf Basis von Salzlösungen, Glykolsäure oder Enzymen, mit einer Tätowiermaschine sanft in die Haut eingebracht. Diese Lösungen binden die Pigmente und ziehen sie an die Hautoberfläche, wo sie dann mit der Kruste abfallen. Es ist eine Art "Umkehrung" des Tätowierprozesses, bei dem die Pigmente aktiv aus der Haut herausgelöst werden.
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Vorteile der Remover-Behandlung:
- Effektiv bei hellen Farben: Besonders vorteilhaft für Pigmente wie Weiß, Beige oder Grün, die der Laser oft nicht erreicht.
- Empfindliche Bereiche: Gut geeignet für sensible Stellen wie den Lidstrich, wo Laserbehandlungen risikoreicher sein können.
- Frische PMUs: Kann auch bei noch frischen PMUs eingesetzt werden, um schnell Korrekturen vorzunehmen.
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Nachteile der Remover-Behandlung:
- Hautreizungen: Es kann zu vorübergehenden Rötungen, Schwellungen und Krustenbildung kommen.
- Weniger Forschung: Im Vergleich zur Lasertechnologie gibt es noch weniger Langzeitstudien über die Effektivität und Risiken.
- Weniger flächig: Die Behandlung größerer Flächen kann aufwendiger sein als mit dem Laser.
Manchmal ist die beste Strategie eine Kombination aus beiden Methoden. Bei hartnäckigen oder mehrfarbigen Permanent Make-ups kann es sinnvoll sein, beispielsweise dunkle Anteile zunächst mit dem Laser zu behandeln und anschließend verbleibende helle oder schwer erreichbare Pigmente mit einem Remover zu entfernen. Diese Kombinationsbehandlungen ermöglichen es, optimale Ergebnisse zu erzielen und selbst komplexe Fälle erfolgreich zu korrigieren. Ich persönlich sehe in der Kombination oft den Schlüssel zum Erfolg, da sie die Stärken beider Methoden vereint.
Ihr Weg zur PMU-Entfernung: Vom Beratungsgespräch bis zur Heilung
Ein detailliertes und individuelles Beratungsgespräch ist der absolute Grundstein für eine erfolgreiche PMU-Entfernung. Ein professioneller Behandler nimmt sich die Zeit, Ihre Haut und das vorhandene Permanent Make-up genau zu analysieren. Dabei werden Faktoren wie die Pigmentfarbe, die Stichtiefe und Ihr Hauttyp berücksichtigt. Er oder sie erklärt Ihnen die am besten geeignete Methode, klärt Sie umfassend über alle potenziellen Risiken auf und setzt realistische Erwartungen bezüglich des Ergebnisses und der benötigten Sitzungen. Seien Sie kritisch und stellen Sie alle Fragen, die Ihnen auf dem Herzen liegen!
Der typische Ablauf einer Entfernungssitzung sieht wie folgt aus:
- Vorbereitung der Haut: Zunächst wird die zu behandelnde Stelle gründlich gereinigt und desinfiziert.
- Betäubung (optional): Bei Bedarf kann eine topische Betäubungscreme aufgetragen werden, um das Schmerzempfinden während der Behandlung zu minimieren. Dies ist besonders bei empfindlichen Bereichen wie den Lippen oder Augenbrauen hilfreich.
- Die eigentliche Behandlung: Je nach gewählter Methode wird nun entweder der Laser über die Pigmente geführt oder die Remover-Flüssigkeit sanft in die Haut eingearbeitet. Sie spüren dabei ein leichtes Prickeln oder Stechen.
- Erste Nachsorge: Direkt nach der Behandlung wird die Stelle gekühlt und mit einer beruhigenden Salbe versorgt. Sie erhalten detaillierte Anweisungen für die Pflege zu Hause.
Die Nachsorge zwischen den einzelnen Sitzungen ist entscheidend für den Heilungserfolg und um Komplikationen zu vermeiden. Bitte beachten Sie folgende Hinweise:
- Sonnenschutz: Schützen Sie die behandelte Stelle konsequent vor direkter Sonneneinstrahlung. Verwenden Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor oder bedecken Sie die Haut.
- Vermeidung von Wasser und Schweiß: Verzichten Sie für einige Tage auf Sauna, Schwimmbad, Dampfbäder und intensiven Sport, um Infektionen zu vermeiden.
- Spezielle Pflegecremes: Tragen Sie die vom Behandler empfohlenen Pflegecremes oder Salben regelmäßig auf, um die Heilung zu unterstützen und die Haut geschmeidig zu halten.
- Nicht kratzen oder manipulieren: Auch wenn es juckt, widerstehen Sie dem Drang zu kratzen oder Krusten abzulösen. Dies kann zu Narbenbildung führen.
Eine vollständige Entfernung erfordert in der Regel mehrere Sitzungen. Bei Laserbehandlungen sind durchschnittlich 3 bis 8 Sitzungen nötig, während bei der Remover-Methode oft 2 bis 5 Sitzungen ausreichen. Der Abstand zwischen den Sitzungen beträgt typischerweise 4 bis 8 Wochen, um der Haut ausreichend Zeit zur Regeneration und dem Lymphsystem zum Abtransport der Pigmente zu geben. Die genaue Anzahl der benötigten Sitzungen hängt von verschiedenen Faktoren ab: die Farbe und Art der Pigmente, die ursprüngliche Stichtiefe, die Größe des PMUs und Ihr individueller Hauttyp spielen hier eine Rolle.
Sichere PMU-Entfernung: Risiken minimieren und den richtigen Experten finden
In Deutschland ist die NiSV-Verordnung (Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung) seit Ende 2020 vollständig in Kraft. Diese Verordnung ist ein Meilenstein für die Sicherheit von Behandlungen mit Lasern und anderen Geräten, die nichtionisierende Strahlung aussenden. Sie stellt sicher, dass Laserbehandlungen zur Tattoo- und PMU-Entfernung ausschließlich von qualifiziertem Personal mit einem entsprechenden Fachkundenachweis durchgeführt werden dürfen. Für Sie als Kundin bedeutet das ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität, da Sie wissen, dass Ihr Behandler über das notwendige Wissen und die Erfahrung verfügt.
Bei der Auswahl eines Anbieters sollten Sie auf folgende Warnsignale achten, um Risiken zu minimieren:
- Fehlende Zertifikate oder Fachkundenachweise: Fragen Sie immer nach den Qualifikationen und lassen Sie sich die entsprechenden Nachweise zeigen.
- Mangelnde oder oberflächliche Beratung: Ein seriöser Behandler nimmt sich Zeit für ein ausführliches Gespräch und klärt Sie umfassend auf.
- Unrealistische Versprechungen: Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen eine vollständige Entfernung in nur einer Sitzung oder ohne jegliche Risiken versprochen wird.
- Unhygienische Bedingungen: Achten Sie auf Sauberkeit und Hygiene im Studio dies ist ein absolutes Muss.
- Auffallend niedrige Preise: Extrem günstige Angebote können ein Hinweis auf mangelnde Qualität, fehlende Qualifikationen oder minderwertige Geräte sein.
Ich möchte auch ehrlich über mögliche Nebenwirkungen sprechen. Das Schmerzempfinden während der Behandlung ist individuell, aber die meisten Kundinnen beschreiben es als ein Gefühl von kleinen Stichen oder wie ein auf die Haut schnalzendes Gummiband. Nach der Sitzung sind Rötungen und leichte Schwellungen normal und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Bei fachgerechter Anwendung und korrekter Nachsorge ist das Narbenrisiko gering, aber ich muss betonen, dass es nie vollständig ausgeschlossen werden kann. In seltenen Fällen können auch Pigmentverschiebungen auftreten, insbesondere wenn die Haut nicht optimal auf die Behandlung reagiert oder das PMU sehr alt ist. Eine gute Beratung hilft, diese Risiken zu minimieren.

Kosten der PMU-Entfernung: Eine transparente Übersicht
Die Kosten für eine PMU-Entfernung können stark variieren, da sie von vielen Faktoren abhängen. Im Allgemeinen liegt der Preis für eine einzelne Sitzung zwischen 80 € und 250 €. Da für eine vollständige Entfernung meist mehrere Sitzungen erforderlich sind, summieren sich die Gesamtkosten entsprechend. Es ist wichtig, dies von Anfang an in Ihre Planung einzubeziehen und sich eine realistische Vorstellung zu machen.
Folgende Faktoren beeinflussen den Endpreis einer PMU-Entfernung:
- Region und Studio: Die Preise können je nach Standort des Studios und dessen Renommee variieren.
- Gewählte Methode: Laserbehandlungen und Remover-Methoden können unterschiedliche Kostenstrukturen haben.
- Größe und Komplexität des Permanent Make-ups: Ein kleiner Lidstrich ist günstiger zu entfernen als großflächige Augenbrauen oder Lippen.
- Anzahl und Art der verwendeten Farben: Manche Farben sind hartnäckiger und erfordern mehr Aufwand.
- Expertise und Qualifikation des Behandlers: Hochqualifizierte und erfahrene Spezialisten haben oft höhere Preise, bieten aber auch mehr Sicherheit und bessere Ergebnisse.
Ich rate meinen Kundinnen immer davon ab, den günstigsten Anbieter für eine PMU-Entfernung zu wählen. Bei einer so sensiblen Behandlung, die Ihr Gesicht betrifft, sollte die Qualität, Sicherheit und die Erfahrung des Behandlers immer Vorrang vor dem reinen Preis haben. Eine umfassende Beratung, hygienische Bedingungen und modernste Technik sind Investitionen in Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Komplikationen, die durch eine unsachgemäße Behandlung entstehen, können nicht nur teurer in der Korrektur sein, sondern auch dauerhafte Schäden hinterlassen. Vertrauen Sie auf Professionalität, nicht auf Schnäppchen.
Nach der PMU-Entfernung: Pflege und zukünftige Entscheidungen
Nach der letzten Entfernungssitzung ist die konsequente Pflege der Haut weiterhin von größter Bedeutung, um eine makellose Abheilung zu gewährleisten:
- Konsequenter Sonnenschutz: Die behandelte Haut ist besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Schützen Sie sie sorgfältig mit hohem LSF und meiden Sie direkte Sonne.
- Feuchtigkeitsspendende und beruhigende Cremes: Unterstützen Sie die Hautregeneration mit den vom Behandler empfohlenen Produkten, die Feuchtigkeit spenden und die Haut beruhigen.
- Vermeidung von Reibung und Manipulation: Schonen Sie die Haut und vermeiden Sie jegliches Reiben, Kratzen oder das Entfernen von Krusten.
- Geduld: Die vollständige Regeneration der Haut braucht Zeit. Seien Sie geduldig und vertrauen Sie auf den natürlichen Heilungsprozess.
Nach einer vollständigen Entfernung des Permanent Make-ups benötigt die Haut einige Zeit, um sich vollständig zu regenerieren und zu erholen. In der Regel sprechen wir hier von mehreren Monaten, oft 3 bis 6 Monate, bevor die Haut wieder vollständig intakt und bereit für ein potenziell neues Permanent Make-up ist. Diese Wartezeit ist essenziell, um die Haut nicht zu überfordern und ein optimales Ergebnis für zukünftige Behandlungen zu gewährleisten.
Wenn Sie über ein neues Permanent Make-up nachdenken, nehmen Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Entfernungsprozess mit:
- Sorgfältige Auswahl des Studios: Wählen Sie einen qualifizierten und erfahrenen Permanent Make-up Artist, der auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingeht.
- Realistische Erwartungen: Seien Sie sich bewusst, dass ein PMU eine langfristige Entscheidung ist und sich die Farbe im Laufe der Zeit leicht verändern kann.
- Durchdachte Farbwahl: Überlegen Sie sich die Farbwahl sehr genau und lassen Sie sich umfassend beraten, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.
