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Ingelore Beckmann

Ingelore Beckmann

2. Oktober 2025

Tierversuche in Make-up: Welche Marken Sie meiden sollten & Alternativen

Tierversuche in Make-up: Welche Marken Sie meiden sollten & Alternativen

Inhaltsverzeichnis

Als Expertin im Bereich Kosmetik und bewusster Konsum weiß ich, wie verwirrend der Dschungel der Make-up-Marken sein kann, besonders wenn es um das Thema Tierversuche geht. Dieser Artikel soll Ihnen eine verlässliche Orientierungshilfe bieten, um Marken zu identifizieren, die Tierversuche durchführen, und Ihnen so ermöglichen, informierte und ethische Kaufentscheidungen zu treffen. Wir werden die Lücken hinter dem scheinbar umfassenden EU-Verbot aufzeigen und Ihnen praktische Werkzeuge an die Hand geben.

Tierversuche in Kosmetik: Welche Make-up-Marken Sie meiden sollten und worauf Sie achten müssen.

  • Seit März 2013 ist der Verkauf von an Tieren getesteter Kosmetik in der EU verboten, doch das "China-Schlupfloch" ermöglicht weiterhin Tierversuche für globale Marken.
  • Marken wie MAC, NARS, Benefit, L'Oréal und Estée Lauder stehen oft auf "Vermeiden"-Listen, da sie in Märkten mit Testpflicht verkaufen.
  • "Tierversuchsfrei" bedeutet keine Tierversuche, "vegan" bedeutet keine tierischen Inhaltsstoffe beides ist nicht dasselbe.
  • Vertrauenswürdige Siegel wie Leaping Bunny, PETA Approved und der Hase mit schützender Hand sind verlässliche Orientierungshilfen.
  • Auch wenn eine Marke selbst tierversuchsfrei ist, kann ihr Mutterkonzern Tierversuche durchführen, was ethische Bedenken aufwirft.

Das EU-Verbot von 2013: Ein Meilenstein mit Lücken?

Im März 2013 wurde in der Europäischen Union ein wegweisendes Verbot in Kraft gesetzt: Der Verkauf von Kosmetika und deren Inhaltsstoffen, die an Tieren getestet wurden, ist seitdem vollständig untersagt. Dies betrifft nicht nur Tests, die innerhalb der EU durchgeführt werden, sondern auch den Import und Verkauf von Produkten, die außerhalb der EU an Tieren getestet wurden. Es war ein riesiger Schritt nach vorn für den Tierschutz in der Kosmetikbranche, und ich erinnere mich gut an die positive Resonanz. Doch trotz dieses Meilensteins gibt es leider immer noch Lücken, die es für uns Konsumenten schwierig machen, wirklich durchzublicken und die wir in diesem Artikel detailliert beleuchten werden.

Das "China-Schlupfloch": Warum globale Marken immer noch in Tierversuche verwickelt sind

Die größte und bekannteste Lücke, die das EU-Verbot untergräbt, ist das sogenannte "China-Schlupfloch". Lange Zeit verlangten die chinesischen Gesetze für die meisten importierten Kosmetika obligatorische Tierversuche. Obwohl sich die Gesetzgebung in China in den letzten Jahren gelockert hat und für bestimmte "allgemeine" Kosmetika unter bestimmten Bedingungen keine Tierversuche mehr vorgeschrieben sind, ist die Situation weiterhin komplex und für viele Produkte sind Tests immer noch eine Möglichkeit. Das bedeutet, dass Marken, die ihre Produkte auf dem chinesischen Festland verkaufen, nicht als 100% tierversuchsfrei gelten können, selbst wenn sie in Europa alle Vorschriften einhalten. Genau aus diesem Grund stehen bekannte Namen wie MAC, NARS, Benefit, L'Oréal und Estée Lauder oft auf den Listen der Marken, die man meiden sollte, wenn man tierversuchsfrei einkaufen möchte.

Grauzone Mutterkonzern: Wie Ihr Kauf eine nicht tierversuchsfreie Industrie unterstützen könnte

Ein weiteres ethisches Dilemma für bewusste Konsumenten ist die "Grauzone Mutterkonzern". Stellen Sie sich vor, eine Marke positioniert sich selbst als tierversuchsfrei und hält sich an alle Richtlinien. Das ist großartig! Doch was, wenn diese Marke zu einem größeren Konzern gehört, der als Ganzes Tierversuche durchführt? Hier wird die Entscheidung kompliziert. Viele ethische Konsumenten entscheiden sich bewusst dafür, auch solche Marken zu boykottieren, da der Gewinn letztendlich an den nicht tierversuchsfreien Mutterkonzern fließt und somit indirekt die Praktiken unterstützt, die man eigentlich ablehnt. Ein bekanntes Beispiel dafür war lange Zeit The Body Shop, das zwar selbst tierversuchsfrei agierte, aber über viele Jahre zu L'Oréal gehörte. Es zeigt, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen und die Besitzverhältnisse zu kennen.

Die definitive Schwarze Liste: Diese bekannten Make-up-Marken testen an Tieren.

Luxusmarken mit Tierversuchen: Von Estée Lauder bis Lancôme

Gerade im Luxussegment, wo man oft hohe Erwartungen an Ethik und Qualität hat, gibt es leider viele Marken, die aufgrund ihrer globalen Präsenz und insbesondere ihrer Verkäufe in Märkten mit Testpflicht nicht als tierversuchsfrei gelten können. Hier sind einige der bekanntesten Beispiele:

  • Estée Lauder: Ein globaler Gigant, der eine Vielzahl von Marken unter seinem Dach vereint und aufgrund seiner Geschäftstätigkeit in China Tierversuche in Kauf nimmt.
  • Lancôme: Als Teil der L'Oréal-Gruppe ist auch Lancôme von der Konzernpolitik betroffen, die den Verkauf in Märkten mit Testpflicht beinhaltet.
  • Dior: Obwohl als Luxusmarke geschätzt, sind auch Produkte von Dior in Märkten erhältlich, die Tierversuche vorschreiben können.
  • Chanel: Ähnlich wie andere Luxusmarken, die global agieren, ist Chanel nicht als tierversuchsfrei gelistet, da sie in Märkten mit Testpflicht verkaufen.

Populäre Marken im Zwielicht: MAC, Benefit und NARS erklärt

Diese Marken sind bei vielen Make-up-Liebhabern äußerst beliebt, doch leider fallen sie in die Kategorie der Marken, die Tierversuche durchführen. Der Grund ist, wie bereits erwähnt, das "China-Schlupfloch". Marken wie MAC, Benefit und NARS haben sich entschieden, ihre Produkte in Märkten wie China anzubieten. Um dort verkaufen zu dürfen, müssen sie die lokalen Gesetze einhalten, die Tierversuche für importierte Kosmetika vorschreiben können. Das bedeutet, dass diese Marken die Tierversuche nicht selbst durchführen, sie aber in Auftrag geben oder zulassen, damit ihre Produkte dort verkauft werden können. Für Konsumenten, die Tierversuche ablehnen, sind diese Marken daher keine Option.

Die Rolle der L'Oréal-Gruppe: Welche Marken unter diesem Dach betroffen sind

Die L'Oréal-Gruppe ist einer der größten Kosmetikkonzerne der Welt und ein Paradebeispiel für die Komplexität des Themas. Als Konzern gilt L'Oréal nicht als tierversuchsfrei, da sie in Märkten wie China operieren, wo Tierversuche für importierte Produkte vorgeschrieben sein können. Das hat weitreichende Konsequenzen, denn unter dem Dach von L'Oréal finden sich unzählige bekannte Marken von High-End bis Drogerie. Auch wenn einzelne Tochtermarken, wie beispielsweise NYX, selbst zertifiziert tierversuchsfrei sein können und sich aktiv gegen Tierversuche aussprechen, bleibt die übergeordnete Konzernpolitik bestehen. Für uns Konsumenten ist es daher eine persönliche ethische Entscheidung, ob man Marken unterstützt, deren Gewinne letztlich einem Konzern zugutekommen, der Tierversuche zulässt.

Ihr Guide für den Einkauf: So entlarven Sie Tierversuche im Handumdrehen.

Mehr als nur Worte: Warum "nicht an Tieren getestet" nicht immer die Wahrheit ist

Ich habe oft gesehen, wie verwirrend vage Aussagen auf Produktverpackungen sein können. Wenn Sie Formulierungen wie "nicht an Tieren getestet" oder "tierversuchsfrei" auf einem Produkt sehen, ist Vorsicht geboten. Diese Aussagen sind oft irreführend und nicht ausreichend. Sie bedeuten in der Regel nur, dass das Endprodukt in der EU nicht getestet wurde, was seit 2013 ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist. Sie schließen jedoch nicht aus, dass einzelne Inhaltsstoffe von Drittanbietern an Tieren getestet wurden oder dass das Produkt für den Verkauf in anderen Märkten, wie dem chinesischen, Tierversuchen unterzogen wurde. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Marketingformulierungen die Realität verschleiern können.

Die verlässlichsten Siegel im Check: Leaping Bunny, PETA & Co. im Detail

Um wirklich sicherzugehen, dass ein Produkt tierversuchsfrei ist, sollten Sie sich auf internationale und anerkannte Siegel verlassen. Diese Zertifizierungen werden von unabhängigen Organisationen vergeben und garantieren, dass strenge Kriterien eingehalten werden. Ich empfehle Ihnen dringend, nach diesen Symbolen Ausschau zu halten:

  • Leaping Bunny: Dies ist ein international anerkanntes und sehr strenges Siegel. Es garantiert, dass in keiner Phase der Produktentwicklung weder das Endprodukt noch die Inhaltsstoffe Tierversuche stattgefunden haben. Es ist eines der vertrauenswürdigsten Zeichen.
  • PETA Approved Global Animal Test Policy: Das Siegel von PETA kennzeichnet Marken, die schriftlich versichert haben, keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben. PETA führt regelmäßig Überprüfungen durch, um die Einhaltung sicherzustellen.
  • Die Veganblume (Vegan Society): Obwohl dieses Siegel primär für vegane Produkte steht, schließt es automatisch auch Tierversuche aus. Wenn Sie also ein veganes Produkt mit dieser Blume sehen, können Sie sicher sein, dass es auch tierversuchsfrei ist.
  • Hase mit schützender Hand (IHTK): Dies ist ein deutsches Siegel des Internationalen Herstellerverbandes gegen Tierversuche in der Kosmetik e. V. Es legt sehr strenge Kriterien an und ist ein starkes Zeichen für tierversuchsfreie Kosmetik.

Apps und Listen als Helfer: Digitale Werkzeuge für den bewussten Konsumenten

In unserer digitalen Welt gibt es zum Glück viele praktische Hilfsmittel, die uns den Einkauf erleichtern. Es gibt zahlreiche Apps und Online-Listen, die ständig aktualisiert werden und Ihnen auf einen Blick zeigen, welche Marken tierversuchsfrei sind und welche nicht. Diese digitalen Werkzeuge sind hervorragende Begleiter für den bewussten Konsumenten und ermöglichen es Ihnen, schnell und unkompliziert informierte Entscheidungen zu treffen, selbst wenn Sie im Laden stehen und unsicher sind.

Die positive Alternative: Entdecken Sie tierversuchsfreie Top-Marken.

Tierversuchsfrei aus der Drogerie: Welche Marken Sie bei dm, Rossmann & Co. sicher kaufen können

Die gute Nachricht ist: Sie müssen nicht tief in die Tasche greifen, um tierversuchsfreie Kosmetik zu finden. Viele Drogeriemärkte bieten eine große Auswahl an ethisch unbedenklichen Produkten. Dank der strengen EU-Gesetzgebung sind die meisten Eigenmarken deutscher Drogerien tierversuchsfrei. Hier sind einige meiner Favoriten, die Sie bedenkenlos kaufen können:

  • Eigenmarken deutscher Drogerien wie Balea (dm), ISANA (Rossmann) und Cien (Lidl).
  • Populäre Marken wie essence und CATRICE, die sich konsequent gegen Tierversuche positionieren.
  • NYX Professional Makeup: Obwohl NYX zur L'Oréal-Gruppe gehört, ist die Marke selbst zertifiziert tierversuchsfrei und hat dies auch klar kommuniziert. Ein gutes Beispiel dafür, dass man auch innerhalb großer Konzerne ethische Nischen finden kann.
Zdjęcie Tierversuche in Make-up: Welche Marken Sie meiden sollten & Alternativen

High-End ohne Kompromisse: Luxuriöse Make-up-Marken, die auf Tierversuche verzichten

Auch wenn es im Luxussegment einige Marken gibt, die Tierversuche durchführen, müssen Sie keineswegs auf hochwertige Produkte verzichten, wenn Sie ethisch einkaufen möchten. Es gibt eine wachsende Zahl von High-End-Marken, die sich bewusst gegen Tierversuche entscheiden und dies auch transparent kommunizieren. Meine Empfehlung ist hier, immer auf die verlässlichen Siegel zu achten, die wir zuvor besprochen haben. Viele dieser Marken sind stolz darauf, ihre Zertifizierungen zu präsentieren, und bieten Ihnen somit luxuriöse Produkte ohne ethische Kompromisse.

Der Unterschied zählt: Was "tierversuchsfrei" von "vegan" unterscheidet und warum beides wichtig ist

Ein häufiges Missverständnis ist, dass "tierversuchsfrei" und "vegan" dasselbe bedeuten. Das ist nicht der Fall, und als bewusste Konsumentin ist es wichtig, den Unterschied zu kennen. Beide Aspekte sind für den Tierschutz relevant, aber sie adressieren unterschiedliche Bereiche:

Merkmal Beschreibung
Tierversuchsfrei (Cruelty-Free) Weder das Endprodukt noch seine Inhaltsstoffe wurden an Tieren getestet. Dies schließt auch Tests von Drittanbietern oder für den Verkauf in Märkten mit Testpflicht aus.
Vegan Das Produkt enthält keine tierischen oder von Tieren stammenden Inhaltsstoffe. Beispiele für tierische Inhaltsstoffe sind Bienenwachs, Honig, Karmin (aus Läusen), Lanolin (aus Schafswolle) oder Kollagen.

Ein Produkt kann also tierversuchsfrei sein, aber tierische Inhaltsstoffe enthalten (z.B. Lippenstift mit Bienenwachs). Umgekehrt kann ein Produkt vegan sein, aber wenn es in China verkauft wird, könnten Tierversuche für den Verkauf erforderlich gewesen sein, wodurch es nicht mehr als tierversuchsfrei gelten würde. Für den umfassenden Tierschutz sind idealerweise beide Merkmale tierversuchsfrei und vegan gegeben.

Ihr Weg zum bewussten Konsum: Konkrete nächste Schritte.

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten: Worauf Sie wirklich achten müssen

Um Ihnen den Weg zum bewussten Kosmetikkauf zu erleichtern, möchte ich die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal für Sie zusammenfassen:

  • Das EU-Verbot ist ein wichtiger Schritt, aber das "China-Schlupfloch" bleibt eine Herausforderung für globale Marken.
  • Viele bekannte Marken sind aufgrund ihrer globalen Präsenz und der damit verbundenen Marktbedingungen nicht tierversuchsfrei.
  • Achten Sie immer auf verlässliche Siegel wie Leaping Bunny oder PETA Approved, um sicherzugehen.
  • Verstehen Sie den Unterschied zwischen "tierversuchsfrei" und "vegan", da beide Aspekte für ethische Entscheidungen relevant sind.
  • Informieren Sie sich über Mutterkonzerne, um wirklich ethische Entscheidungen zu treffen und keine nicht tierversuchsfreie Industrie indirekt zu unterstützen.

Wie Sie mit Ihrer Kaufentscheidung ein Zeichen setzen können

Jede Kaufentscheidung ist eine Stimme. Indem Sie sich bewusst für tierversuchsfreie Kosmetik entscheiden, senden Sie eine klare Botschaft an die Industrie. Sie zeigen, dass Tierschutz für Sie Priorität hat und dass Sie bereit sind, Marken zu unterstützen, die ethische Standards einhalten. Ihre bewusste Wahl hat einen positiven Einfluss auf die Kosmetikindustrie und trägt dazu bei, die Nachfrage nach tierversuchsfreien Praktiken zu fördern und letztendlich eine tierfreundlichere Zukunft für die Schönheitspflege zu gestalten.

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Ingelore Beckmann

Ingelore Beckmann

Ich bin Ingelore Beckmann und bringe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Schönheit und natürliche Pflegeprodukte mit. Meine Leidenschaft für die Kunst der Seifenherstellung und die Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen hat mich dazu inspiriert, mein Wissen und meine Fähigkeiten in diesem Bereich kontinuierlich zu vertiefen. Durch zahlreiche Workshops und Schulungen habe ich ein fundiertes Verständnis für die chemischen und biologischen Eigenschaften von Pflanzenölen und -extrakten entwickelt, die in der Naturkosmetik eine zentrale Rolle spielen. Ich spezialisiere mich auf die Herstellung und Anwendung von Naturseifen, die nicht nur die Haut pflegen, sondern auch das Wohlbefinden fördern. Mein Ansatz kombiniert traditionelle Techniken mit modernen Erkenntnissen, um Produkte zu kreieren, die sowohl effektiv als auch umweltfreundlich sind. Ich lege großen Wert auf Transparenz und die Verwendung hochwertiger, nachhaltiger Rohstoffe, um sicherzustellen, dass meine Leserinnen und Leser fundierte Entscheidungen treffen können. Mein Ziel beim Schreiben für naturseifenland.de ist es, mein Wissen zu teilen und eine Community zu schaffen, die sich für natürliche Schönheit und Selbstpflege begeistert. Ich strebe danach, inspirierende und informative Inhalte bereitzustellen, die nicht nur aufklären, sondern auch dazu anregen, die eigene Hautpflege ganzheitlich zu betrachten. Vertrauen Sie darauf, dass ich stets akkurate und gut recherchierte Informationen bereitstelle, die Ihnen helfen, die Vorteile der Naturkosmetik zu entdecken.

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