Naturseifen, was ist das?

Ganz ohne Chemie?

Nein, ganz ohne Chemie geht es nicht. Das ganze Leben ist Chemie. Naturseifen werden aus pflanzlichen Ölen und Fetten und / oder tierischen Fetten mit in Wasser gelöstem Natriumhydroxid (NaOH) hergestellt. Dabei enstehen Alkalisalze der Fettsäuren und Glyzerin.
Das besondere ist das man sich seine Seife genau auf die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Dazu nutzt man einfach die Eigenschaften der verschiedenen Fette/Öle. Allerdings muss man die Menge des NaOH genau berechnen sonst kann es leicht zu Verätzungen der Haut kommen. Ich finde es sehr faszinierend wie vielfältig die Auswahl der Öle sein kann oder auch nur ein einzelnes Öl eine schöne Seife ergeben kann. Düfte können ätherische Öl oder auch Parfümöl verschiedener Hersteller sein. Ebenso wie Farben mit Naturstoffen oder auch Farbpigmenten erzeugt werden können. Die Auswahl ist riesig.

Wer sich damit beschäftigen möchte sollte sich als erstes mit den Sicherheitsvorkehrungen vertraut machen. Handschuhe, Schutzbrille, langärmelige Kleidung und festes Schuhwerk sind ein MUSS. Auch bei größter Achtsamkeit geht doch einmal ein Spritzer daneben. Ätzende Lauge oder der frische Seifenleim führen auf der Haut zu Verletzungen. Im Auge kann es noch gefährlicher werden.

Grundaustattung

Ihr braucht einen Pürierstab, einen Topf zum Anrühren der Lauge, einen Topf für den Seifenleim, Handschuhe, Brille, alte Zeitungen zum Schutz der Arbeitsfläche, ein Thermometer  und eine genaue Waage. Für die Öle reicht eine Küchenwaage für das NaOH benutze ich lieber eine Feinwaage. Sämtliche Gegenstände danach bitte nicht mehr für Lebensmittel verwenden, ok bei der Waage seh ich das nicht so eng. Wenn ihr euch näher damit befassen wollt empfehle ich euch, falls ihr auf Facebook seid, die Gruppen „Seife selber sieden“ und „Seife sieden für Dummies“. Als Buch ist für den Anfang das Buch „Naturseifen sieden leicht gemacht“ von Ilse Köberl recht gut geeignet.

               

Anleitung für eine Brennnesselseife

Rezeptvorschlag für eine einfache Seife mit Brennnessel und Fetten und Ölen aus dem Supermarkt.

Dazu braucht ihr je 100g Kokosöl, Schweineschmalz, Olivenöl, Rapsöl, eine Hand voll frische zarte Brennnesselblätter, Wasser, NaOH. Es handelt sich hier um ein 25er Rezept da alle Öle einen Anteil von 25% der Gesamtfettmenge (GFM) haben.
Die NaOH Menge berechnet ihr bitte mit dem Seifenrechner http://www.handmade-by-kathrin.de/soap/calc/ (33% Wasser) und stellt zuerst die Lauge her damit diese abkühlen kann.
Ich habe eine Überfettung von 15% gewählt. Fette und Lauge sollten etwa eine Temperatur von 30°C haben.

Als nächstes wiegt ihr die festen Fette (Kokosöl, Schweineschmalz) ab und schmelzt diese und stellt sie ebenfalls beiseite.
Jetzt werden Olivenöl und Rapsöl abgewogen, da hinein püriert ihr die Brennesselblätter und gebt die geschmolzenen Fette dazu. Wartet jetzt bis Lauge und Öle eine Temperatur von ca 30 Grad Celsius haben.
Nun gebt ihr die Lauge durch das Sieb in die Öl / Brennnesselmischung und püriert den Seifenleim solange bis er wie Pudding ist.
Anschließend alles in Formen gießen, hier hab ich Verpackungen von Keksen und Backcamembert genommen.
Mit Folie abdecken und ein Tuch darauf legen.
Bis zum ausformen kann es durchaus 3 Tage dauern, aber das Warten lohnt sich, nach der Reifezeit von 6-8 Wochen wird das eine sehr angenehme Seife.

  Das grün verblasst leider etwas. Im Inneren ist es aber noch da.Mein Schweineschmalz ist im Glas da ich selbst auslasse. Es liegt im Supermarkt meist in der Nähe der Kokoswürfel.
 Niemals ohne Sieb!!! 100g Kokosfett Öle mit Brennnessel Püriert  Folie drauf und zugedeckt stehen lassen. Kann einige Tage dauern bis zum ausformen. Geduld ist eine Tugend…..So sieht sie heute aus, viel grün ist nicht mehr, aber sie ist richtig hart und fest geworden.   Und macht einen wahnsinnig üppigen weichen Schaum. Müsste ich viel öfter machen, solche einfachen preiswerten wunderbaren Seifen.Viel Spaß beim nachmachen, Eure Harriet

Bilder und Texte sind meins. Das NaOH bitte selbst nachrechnen. Für Fehler wird keine Haftung übernommen.