Putzmittel für Eilige selber machen

Das Rezept

150g Rapsöl und 150g Isopropylalkohol (99%ig) in einen 1 Liter Behälter geben. In 50g Wasser das KOH für 2% ÜF lösen. Mein KoH hat 90% Reinheit, ihr müsst das bei euren beim Berechnen beachten.

Das Verfahren


Die Alkohol Öl Mischung kurz durchpürieren, die frische KOH Lauge durchs Sieb hinzu geben und kräftig pürieren.

Jetzt einfach kräftig weiter pürieren. Anfangs erscheint es, als will es etwas andicken. Einfach weiter pürieren, die Konsistenz ändert sich wieder zu immer mehr dünnflüssig, die Farbe ändert sich von weislich hin zum leicht transparenten. Nach ca 60 bis 90 sec ist alles erledigt. Kurz stehen lassen bis etwaige Luftblasen aufgestiegen sind und die Seife klar ist. Umfüllen und  fertig.
Geeignet zum Geschirrspülen und sonstigen Putzarbeiten im Haus, nicht auf empfindlichen Oberflächen pur anwenden.
Konservierung ist hier nicht notwendig.

Wie immer, meine Idee, meine Texte, meine Bilder. Das KOH bitte selbst berechnen. Viel Spaß beim nachsieden. Eure Harriet

Anleitung zum Rindertalg auslassen

Talg auslassen

Da mich immer wieder Fragen zum Auslassen von Rinder oder Schaftalg erreichen, möchte ich hier eine kurze Anleitung dafür schreiben. Rindertalg (oder auch Schaf oder Ziegentalg) bekommt man auf Nachfrage beim Metzger oder auch beim Direktvermarkter. Vom Kauf bei diversen Barfshops rate ich mittlerweile ab da die Frische doch recht zu wünschen lässt. Fürs Verfüttern ist das Ok, in der Seife möchte ich die beste Qualität die ich bekommen kann.

wolfen oder klein schneiden?

Die besten Ergebnisse erzielt man mit gewolften Fett. Also fragt am besten beim Metzger ob er euch das Nierenfett (Talg) gleich durch den Wolf lassen kann. Falls das nicht möglich ist geht es aber auch wenn der Talg mit dem Messer in kleine Stücke geschnitten wird, ca 1×1 cm. Ich lasse es durch meinen Fleischwolf  und sortiere dabei gleich Fleischreste und Drüsen die sich im Talg befinden mit aus.

 

Das Auslassen

Den gewolften Talg in einen großen Topf geben und bei mittlerer Hitze auf den Herd stellen. Unter häufigen Rühren  den Talg  zum Schmelzen bringen. Bei klein geschnittenen Talg dauert das Auslassen etwas länger und man braucht etwas mehr Hitze. Hier gebe ich auch anfangs 2 – 3 Esslöffel Wasser mit in den Topf damit der Talg nicht anfängt zu braten. Und immer wieder schön rühren. Das Wasser verdunstet unterdessen.

 

abgießen und filtern

Nachdem alles gut flüssig ist, wird das Fett als erstes durch ein großes Küchensieb in einen weiteren Topf gegossen. Hier bleiben die Grieben zurück, diese sollten nicht zu dunkel geworden sein. Ich erwärme nun das Fett nochmals auf ca 70 Grad Celsius und filtere es ein weiteres Mal durch ein mit einem Mulltuch ausgelegtes Sieb um auch kleine Griebenreste zu entfernen.

Nun kann das fertig gefilterte Fett in Formen gegossen werden aus denen es nach dem Erkalten gestürzt werden kann. Wichtig ist das  Fett nicht in der Form aufzubewahren. Mitunter ist noch minimal Wasser enthalten, dieses sammelt sich am Boden und ist für Stockflecken und Schimmel verantwortlich. Die Blöcke in Gefrierbeutel verpacken und bis zum Verseifen einfrieren. In Butterbrotpapier verpackt hält es sich im Kühlschrank einige Wochen.

Falls das Fett in Gläser gefüllt werden soll zum Aufbewahren muss es nach dem letzten Filtern im Topf für einige Minuten auf 100 Grad Celsius erhitzt werden. In die Gläser füllen und sofort zu schrauben, nicht stürzen. Der Deckel darf nach dem Erkalten auf Druck nicht nachgeben, dann ist das Glas sicher verschlossen. Hier hält sich das Fett bei kühler dunkler Lagerung einige Jahre.

Einiger Aufwand ist es doch, aber ich finde es lohnt sich. Ich mag Seifen mit tierischen Fetten sehr gern.

Wie immer mein Text, meine Bilder, Eure Harriet

 

CP Seife mit Transparentseifen kombinieren

Naturseife mit TS kombiniert

CP mit TS vereint

Selbst gesiedete Transparentseifen lassen sich sehr gut mit Cp Seifen kombinieren. Damit kann man das Pflegende der Naturseifen mit der strahlenden Optik der Transparentseifen vereinen. Ich stelle hier drei meiner Seifen vor, aber der Fantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Bei der Reife und Lagerung ist allerdings auf eine niedrige Luftfeuchtigkeit zu achten. Nach 6-8 Wochen verpacke ich meine Seifen in unbeschichtetes Cellophan.

Väterchen Frost

CP und TS

Für diese Seife habe ich aus einem Block selbstgesiedeter Transparentseife „Kristalle“ geschnitten. Die Reste und Schnipsel, welche dabei anfielen sind in silbernen Mica gewälzt und wie bei einer Konfettiseife mit in der Leim gewandert. Zwei verschiedene Blautöne und Tiox sorgen für die frostige Farbe. Mit dem Bügel etwas swirlen und zuletzt die Kristalle ob drauf platzieren. Oala, fertig ist der Hingucker. Distelöl ho, Kokosöl, Schaftalg, Rizinusöl und Mohnöl sind in diese Seife gewandert und sie duftet nach Oud von Cosy Owl.

TS seife in CP
Kristalle vorbereiten
Leim und Schnipsel in die Form schichten.
Die Kristalle auf der Seife verteilen.

Baltischer Bernstein

Bernsteinseife

Für diese Seife gab der Name des Duftes die Idee zur Optik vor. Baltischer Bernstein von Cosy Owl, da kam nur die Kombination von Transparentseife mit CP in Frage. Die verwendete TS hatte ich noch hier liegen. Ich habe sie euch schon vorgestellt. Für die CP Seife habe ich zwei Leime parallel gemacht. Der helle mit Erdnussöl, Kokosöl und Palmöl. Der dunkle mit Kürbiskernöl, Kokosöl und Palmöl ist noch mit schwarzer Tonerde dunkel gefärbt. Auch hier habe ich die Reste von TS zurecht schneiden im Goldmica gewälzt und mit im Leim versenkt. Der Duft dickt nicht an, verfärbt aber etwas. Ich liebe diese Seife unter der Dusche, ich kann sie auch für die Haare benutzen.

Into the Light

Into the Light

Der Duft „Into the Light“ von Behawe ist ein klarer frischer Duft, einer meiner Lieblingsdüfte. Mir schwebte eine Seife vor die genau dieses verkörpert. Ein glasklarer Stern schwebt in einem Wirbel frostiger Schneeluft. Ich hab einen Block selbstgesiedeter Transparentseife in Streifen geschnitten und mit einem Keks-Austecher ausgestochen. TS kekse Die TS Kekse dann einfach zu einer Stange aneinander kleben und diese in den Leim in die Blockform legen. Für diese Seife habe ich Mandelöl, Kokosöl, Schaftag und Rizinusöl verwendet. Das Parfümöl mit etwa Jojobaöl verdünnen veringert die Gefahr von Blitzbeton beträchtlich.

 

Ich wünsche euch viel Spaß bei experimentieren, eure Harriet

Wie immer, Bilder, Texte und Idee sind von mir.

 

 

 

 

 

 

Haarseife mit grünem Avocadoöl oder Wilder Salbei am Meer

Avocadoölseife

Haarseife mit grünen Avocadoöl

Wieder habe ich einen der Düfte von Cosy Owl getestet. Diesmal den Premium Holz Salbei & Meersalz Duft. Ein klarer frischer eher herber Duft, nicht nur für Männer. Eine Haarseife sollte es werden, diesmal mit Avocadoöl. Angelehnt ist das Rezept an mein Haarseifenrezept Schwarze Babajoba. Allerdings mit Lanolin anhydrid statt Jojobalöl, Avocadoöl statt Olivenöl und dazu passend Hanföl.

Das Rezept

40% grünes Avocadoöl, 25% natives Babassuöl, 10% unraffinierte Sheabutter, 10% Rizinusöl, 10% grünes kaltgepresstes Hanföl und 5% Lanolin anhydrid verbinden sich mit NaOH und Wasser zu einer glatten Seife. Zur Laugenflüssigkeit habe ich 1% Milchsäure (bezogen auf die GFM) für eine bessere Festigkeit gegeben. Die Farbe der Seife kommt allein von den Ölen. Sie gefällt mir sehr gut. Der Duft ließ sich mit der Einsatzmenge von 2,5% sehr gut verarbeiten. Kein Andicken und kein Verfärben war festzustellen. Bis jetzt hält sich der Duft gleich bleibend beständig in der Seife. Die runde Form mit der Spirale ist eine meiner Lieblingsformen. Die Seifen lassen sich gut ausformen und liegen angenehm in der Hand.

Auf das Anwaschen bin ich sehr gespannt. Haarseifen mit Lanolin anhydrid haben einen besonders cremigen Schaum und sorgen für gute Kämmbarkeit der Haare. Meist setze ist es mit 5% ein, aber in Winterseifen habe ich auch schon mit sehr gutem Ergebnis 10% verwendet.

Viel Spaß beim Nachsieden wünscht euch Harriet

wie immer, meine Idee, meine Bilder und Texte. Das NaOH bitte selbst berechnen.

Kernseife

Kernseife herstellen

Was macht man mit Resten vom Kanten schneiden oder Seifen die doch nicht so geworden sind wie man es sich erhofft hatte? Ich salze solche Seifen (Reste) aus und stelle Kernseife zum Putzen oder Wäsche waschen her. Nachfolgend habe ich euch einmal die einzelnen Schritte aufgeschrieben.

Anleitung zum Aussalzen

Zuerst braucht man einen großen alten Topf, je größer um so besser. Die  Seifenreste wiegen, gut zerkleinern und in den Topf geben. Anschließend doppelt so viel kochendes Wasser wie Seifenreste darüber gießen und gründlich durchrühren. Wichtig ist, dass der Topf nicht mehr als halb voll ist, weil das beim Kochen hoch kommt. Am besten das Ganze einige Stunden stehen lassen oder auch über Nacht. Damit sich alles gut löst kann man auch noch einmal mit dem Pürierstab nachhelfen.

Seifenreste in Wasser gelöst
gelöste Seifenreste

Nachverseifen

Da die Reste noch unverseifte Anteile enthalten, muss man nochmal NaOH zugeben um diese zu verseifen. Tut man das nicht, kann es passieren, dass die Seife unangenehm riecht oder gar ranzig wird. Ich gebe je Kilogramm Reste ca 30g NaOH in Wasser gelöst zu. Meine Seifen haben oft eine Überfettung von 15%, falls man viel höher überfettete Reste hat müsste diese Menge erhöht werden. Anschließend das Ganze erhitzen auf ca 70 -80°C, immer mal rühren. Ich geh auch noch mal mit dem Püri rein. Dann ruhig mal eine Stunde (oder einfach über Nacht) warm stehen lassen bis alles verseift ist.

erstes Aussalzen

Nach der Stunde, (oder am nächsten Tag) wieder heiß machen, 80°C dürfen es schon sein.
Jetzt Salz zugeben, ich kippe das einfach rein. Die Menge ist natürlich von der Restemenge abhängig, einfach mal mit 3-4 Esslöffel anfangen. Ich hab auch schon bis 250g gebraucht. Ok das war ein großer Topf.

Salz
Salz zugeben 

Gründlich rühren, damit das Salz sich löst und dann sieht man schon wie sich der Seifenkern nach oben absetzt.

Noch etwas vorsichtig weiter rühren. Es sieht etwas aus als würde die Seife gerinnen. Dieses verstärkt sich nach einigen Minuten und es schwimmt eine Schicht hellere Seife oben auf. Das ist der Seifenkern welcher auf der Unterlauge schwimmt.

Seifenkern

Jetzt hat man zwei Möglichkeiten. Entweder mit einer Schöpfkelle die Masse in einen zweiten Topf schöpfen, dabei möglichst wenig Unterlauge mit heraus schöpfen, oder das ganze einfach abkühlen lassen und die fest gewordene Masse als Platte oben abheben. Übrig bleibt im Topf die ätzende Unterlauge, also Vorsicht beim Wegschütten.

Unterlauge

 

zweites Aussalzen

Da in dem Seifenkern, wie er jetzt ist, noch freies NaOH enthalten ist muss er noch mindestens ein weiteres mal ausgesalzen werden. Ich mache das auch oft noch ein drittes mal. Dazu etwas Wasser in den Topf geben, ca das doppelte der abgeschöpften Seife, und aufkochen. Das löst sich recht gut. Wenn’s heiß ist wieder Salz dazu, langsam beginnen, lieber noch was zu geben wenn sich nichts tut. Wenn man zu viel Salz nimmt kann es sein das die Seife krümelig wird.

Beim letzten Durchgang den heißen Kern ab schöpfen und in eine Form geben.

Optimal ist eine Form, bei der unten das Wasser raus laufen kann. Ich nehme den Divi und drück ihn nicht in den Boden, leg ihn nur auf  ein Tuch damit das Wasser abfließen kann.

Jetzt einfach noch kalt werden lassen und wenn nötig schneiden. Da die Seife noch sehr nass ist braucht sie ein paar Wochen zum Trocknen, wird dann aber knochenhart und unbegrenzt haltbar. Kernseife geht prima zum Putzen oder geraspelt zum Wäsche waschen.

Wie immer Bilder, Texte meins

Viel Spaß beim ausprobieren, eure Harriet

Mandelmilchseife

Mandelmilchseife

Zarte Mandelmilchseife

mit dem Duft von Champagner und Rose. Ein wunderbar zarter betörender Duft der Firma Cosy Owl. Die Lauge für diese Mandelmilchseife habe ich mit der reduzierten Menge von nur 20% Wasser zubereitet. In den Leim kamen dann noch 13% Mandelmilch. Der Duft verhielt sich sehr brav, eine leichte Neigung zum Verflüssigen ist vorhanden. Ich werde in nächster Zeit noch über mehrere Düfte dieser Firma berichten.

Das Rezept

Mandelmilchseife verlangt natürlich auch nach Mandelöl. 40% Mandelöl, 25% Rindertalg, 20% natives Kokosöl, 10%Rizinusöl und 5% Jojobaöl ergeben gemeinsam mit Mandelmilch eine zart schäumende pflegende Mandelmilchseife (63). Überfettet habe ich mit 15%, weitere Zusätze sind 3 Esslöffel Kaolin (auf 700  g GFM),  3% Milchsäure und 4% Parfümöl Champagner & Roses. Das Kaolin püriere ich immer vorab in die Öle, diese Seife wurde als HTCP gesiedet. Der Swirl ist an einen Minidrop Swirl angelehnt, ich habe aber nur aus kleinen Bechern den farbigen Leim in den Grundleim gegossen und keine Flaschen verwendet. Jetzt darf sie erst einige Wochen kühl und trocken lagern und reifen.

Wie immer meine Idee,  meine Texte, meine Bilder.

Eure Harriet

Pure Olive

Olivenölseife

Die einfachste Seife der Welt

Die einfachste Seife der Welt, besteht einfach aus 100% Olivenöl. Na gut, NaOH und Wasser gehören auch noch dazu. Man nehme 500g Olivenöl, das kann ruhig das günstige vom Discounter sein. Stelle seine Siede Utensilien bereit, persönliche Schutzausrüstung nicht vergessen und los gehts. Ach nein, das NaOH muss noch berechnet werden

500g * 0,1362 = 68,1g NaOH

15% Überfettung möchte ich haben.

68,1 * 0,85 = 57,885 g NaOH, ich runde ab = 57g

Da Olivenölseife gerne länger weich bleibt reduziere ich das Wasser für die Lauge auf 25% der Gesamtfettmenge.

500g Olivenöl, 125g Wasser, 57g NaOH, mehr braucht es nicht für die einfachste Seife der Welt. Die Grundlagen, wie Seife hergestellt wird kann man hier noch einmal nachlesen. Genaueres zur Berechnung der NaOH Menge steht hier.

Der Haken an dieser Seife ist, die braucht gut und gerne ein Jahr oder länger bis sie angenehm schäumt und sich nicht schleimig anfühlt. Also pimpen wir die einfachste Seife der Welt etwas auf.

Die Sache mit dem Essig

Als Laugenflüssigkeit nehmen wir Essig, Kräuteressig, Apfelessig, Himbeeressig, was gerade da ist. Balsamicoessig bitte nicht, der enthält oft Zucker und dieser verbrennt in der Lauge oder heizt die Seife auf. Durch den Essig wird die Seife schneller hart, verwäscht sich langsamer und ich finde sie schäumt etwas besser.

Essig reagiert mit NaOH zu Natriumacetat, dem Natriumsalz der Essigsäure. Deshalb muss man Essig bei der Berechnung des NaOH mit einbeziehen. Statt Wasser verwenden wir also 125g Kräuteressig. Auf der Flasche steht Essigsäuregehalt 5%. Die meisten Essige haben 5% Essigsäure, es gibt auch welche mit 10%, also genau drauf gucken. Bei 10% das Gewicht des Essig * 0,10 rechnen. Bei 5%igem Essig das Gewicht * 0,05 rechnen.

5% von 125g sind 6,25g, also müssen wir das NaOH für 6,25g Essigsäure berechnen. 1g Essigsäure reagiert mit 0,66g NaOH.

6,25g * 0,66 = 4,125g NaOH

Also brauchen wir

57,885g + 4,125g = 62,01g NaOH, ich runde ab, 62g NaOH

wenn wir statt Wasser Essig verwenden wollen.

Den Essig abwiegen, gut kühlen und am besten das Laugengefäß ins Eiswasserbad stellen. Das NaOH portionsweise einrühren. Achtung es wird heiß und kann überkochen.

Weiterhin kann man die einfachste Seife der Welt als Mischverseifung machen. Das heißt es wird ein Teil des NaOH durch KOH ersetzt. Ich habe 85% NaOH und 15% KOH verwendet. Zum Berechnen kann man hier nachlesen, aber gerade bei Verwendung von Essig berechnet man lieber mit der Seifenrechner von Kathrin. Dann wird es nämlich kompliziert. 😉 Denn bei Essig wird keine Überfettung mit berechnet, die wird nur für die Öle berechnet.

Ihr seht schon, die einfachste Seife der Welt kann man auch ziemlich kompliziert machen.

Viel Spaß beim nachmachen, eure Harriet

Wie immer, mein Text, meine Bilder, das NaOH unbedingt selbst nachrechnen, für Fehler übernehme ich keine Haftung.

 

 

Kräuterseifen

Kräuterweiber

Seifen mit heimischen Kräutern

Wenn ich die Kühe auf die Weide treibe, bringe ich mir immer wieder ein Sträußchen Kräuter mit. Johanniskraut, Spitzwegerich, Beifuß, Gänseblümchen, Frauenmantel, Mädesüßkraut, Schafgarbe, Klettwurzel und viele andere wachsen auf Wiesen und Wegrändern. Damit lassen sich wunderbare Kräuterseifen herstellen. Einige davon will ich euch zeigen.

Kräuterweiber

Das Titelbild zeigt die Kräuterweiber. Eine schlichte Seife mit 50% Olivenöl,  20% Kokosöl,  20% Rindertalg und 10% Rizinusöl. Für die Lauge habe ich einen sehr starken Tee aus allen möglichen oben genannten Kräutern und Blüten gekocht und diesen über Stunden ziehen lassen. Als Wasser für den Tee nehme ich unser sehr weiches Brunnenwasser, dieses filtere ich mit einem Wasserfilter.  Da ich gerne meine Seifen mit 15% überfette habe ich hier natürlich auch das NaOH für diese Überfettung berechnet. Und sie ist doch ein echter Hingucker geworden, oder? So eine Seife kann auch auf die Zugabe von Düften verzichten.


Kamilla

Eine Kamillenseife mit ganz besonderen wunderbaren Zutaten. Aus Kamillenblüten habe ich einen sehr starken Tee gekocht und lange ziehen lassen. Diesen habe ich mit 28% für die Lauge genommen und das NaOH für 15% Überfettung berechnet. Eine Anleitung und den Link zum Seifenrechner gibt es hier.

40% Aprikosenkernöl, 30% natives Babassuöl von Martin, 15% Mangobutter, 10% Rizinusöl und 5% Jojobaöl machen diese Seife zu etwas ganz besonderem. Auch hier habe ich keinen Duft zu gegeben und doch riecht diese Seife frisch und sauber.

Babassuöl kaufe ich bei „Babassu for You„, die Philosophie hinter diesem Shop gefällt mir. Bei Fragen gibt Martin gerne Auskunft. Ich kann das Babassuöl von dort wirklich nur empfehlen.


Kapuzinerkamille

Eine zweite Seife nach den selben Rezept wie Kamilla, es war noch Kamillentee da ;). hier habe ich einfach in die flüssigen Öle eine gute Hand voll Blätter der Kapuzinerkresse einpüriert. Der Duft bleibt recht lange in der Seife erthalten und die in der Kapuzinerkresse enthaltenen Senföle machen diese Seife auch zu einer tollen Haarseife. Auch diese Kräuterseife ist mit 15% überfettet. Eine weitere Kapuzinerseife findet ihr hier.


Pfefferminzchen

Eine Soleseife mit ätherischem ÖL Pfefferminz arvensis. Als Grundlage für die Sole diente starker Pfefferminztee.  Diese Seife nutze ich gerade im Sommer auch als erfrischende Haarseife. In 35% Reiskeimöl werden einige Blätter Pfefferminze und Petersilie püriert. 25% natives Kokosöl und 20% Palmöl sorgen für Schaum und Cremigkeit. Die Pflege spendieren dieser Seife je 10% Sesamöl und Rizinusöl. Bei einer Überfettung von 15% eignet sich diese Seife für den ganzen Körper, als eine All in One Seife. Ich liebe die Haptik und den Duft von Kräuterseifen


Salbei Wildrauke Soleseife

Die Zweite der Kräuterseifen mit Sole. Hier kam Salbeitee zum Einsatz um eine Sole zuzubereiten. Ich nehme dafür immer 26g Salz auf 100g Tee, das ist keine gesättigte Sole aber es fällt auch nichts aus wenn das NaOH eingerührt wird. Die Lauge soll immer gesiebt werden, aber bei Sole ist das besonders wichtig. Das Rezept: 45% grünes natives Avocadoöl, 25% Kokosöl, und je 10% grünes Hanföl, Mangobutter sowie Rizinusöl sprechen für sich. in das Avocado habe ich ca 10 Wildraukenblätter püriert. Auch diese enthalten Senföl, das finde ich sehr angenehm in Seife. Diese Seife bekam den Duft von Bergamotte und Litsea Cubeba.

Schaut doch beim nächsten Spaziergang was bei euch so Wächst und macht euch eure eigene ganz besondere Kräuterseife.

Wie immer, meine Ideen, Texte, Bilder. Das NaOH bitte immer selbst berechnen, denkt an die Schutzausrüstung.

viel Spaß eure Harriet

Schwefelseife

Sulpur Schwefelseife

Schwefelseifen haben eine lange Tradition bei der Pflege von unreiner Haut. Schon die Ägypter verwendeten Schwefel bei bakteriellen Entzündungen. Im Europäischen Arzneibuch (Ich beziehe mich auf die Ausgabe 2017) ist Schwefel zur äußeren Anwendung aufgeführt (Sulfur ad usum exernum). Die Anwendung erfolgt meist in Salben, Gelen und Seifen. Der Schwefel bildet auf der Haut Schwefelwasserstoff und Sulfide welche gegen Bakterien wirken können. Eine Schwefelseife hat bei der Anwendung einen etwas gewöhnungbedürftigen Geruch. Ich verwende anorganischen Schwefel mit 99,9% Reinheit. Die Seife verwendet man ab besten 2-3 mal je Woche, bei Bedarf auch häufiger. Sie wirkt sehr austrocknend auf die Haut.

Das Rezept

Da Schwefel austrocknend wirkt habe ich als Schaumfett 30% Palmkernöl verwendet. 30% Schaftalg weil ich diesen sehr schön in Seifen finde, 20% Reiskeimöl und 20% Distelöl  ho. Da die Seife für das Gesicht gedacht ist habe ich auf Rizinusöl verzichtet. Als Überfettung wählte ich meine üblichen 15%. Die Menge von 10% Schwefel bezieht sich auf die Gesamtfettmenge. Für die Lauge kam ein Kräutersud mit verschiedenen frisch gesammelten Kräutern zum Einsatz.

Die Herstellung

Die Seife wird als HTCP Verfahren hergestellt. Erst die Öle und Fette abwiegen, anschließend den Schwefel in die Öl/Fettmischung rühren. Jetzt wird die Lauge mit Kräutersud und NaOH hergestellt und frisch durch ein Sieb zu den Ölen gegeben. Mit dem Spatel rühren bis durch die Lauge die Fette geschmolzen sind, dann pürieren bis alles gut emulgiert ist und in die Formen gießen.

Sicherheitshinweise

Zusätzlich zu den üblichen Sicherheitsvorkehrungen ist hier zu beachten das der Schwefel nicht mit Säure in Berührung kommen darf. Falls also in der Seife Zitronensäure oder Essigsäure zum Einsatz kommt ist diese unbedingt erst mit den NaOH zu neutralisieren. Schwefel macht die Seife etwas weicher, ein Rezept mit vielen festen Fetten und evtl etwas Salz in die Lauge verbessern dies.

Schwefel in HP Seife

In HP muss man Schwefel nach der Verseifung gemeinsam mit dem Überfettungsölen zugeben. Wird Schwefel bei einer HP in die Öle gerührt und mit verseift ergibt sich eine Art Schmierseife. Ich vermute der Schwefel stört dabei die Kristalisation der Natriumsalze, somit kann die Seife nicht fest werden. Gibt man den Schwefel im Nachhinein zu bekommt man eine normal feste Seife.

Meine Idee, meine Texte, meine Bilder, NaOH bitte selbst berechnen, keine Haftung für Fehler

Viel Spaß beim nachmachen eure Harriet

 

Haarseifen

Haare waschen mit Haarseifen

Die Alternative zu Shampoo aus der Flasche sind für mich die Haarseifen. Im Grunde kann man mit jeder Seife auch Haare waschen, ob das Ergebniss zufriedenstellend ist kommt sehr viel auf das Rezept, die Zusätze und die Überfettung an. Seifen direkt für die Haare mache ich gerne mit  mehr Rizinusöl da dieses sehr pflegende Eigenschaften hat. Viele der nachfolgenden Rezepte sind mit Schafmilch gesiedet. Dazu habe ich die Lauge mit dem 1,1fachen der NaOH Menge an Wasser angerührt und die zimmerwarme Schafmilch später in den Leim gegeben. Natürlich kann man auch andere Milch verwenden oder sie einfach weg lassen. dann die Lauge mit Wasser  oder Tee nach Belieben machen.

Kaffeehaarseife für Vulkanetten

In einer SBHP wurden 30% Distelöl ho, 30% Babassuöl, 20% Avocadoöl, 10% Reiskeimöl und 10% Rizinusöl sowie 3% Milchsäure mit einer Lauge aus sehr starkem Kaffee verseift. Anschließend kam noch Schafmilch und etwas Hanföl dazu. Duft Bratapfel von MM, der verfärbt sehr ins dunkelbraun aber ich liebe ihn. Falls ihr wissen wollt was SBHP bedeutet:  https://wp.me/pabZDL-6d

Wildrose

Hier kommt eine Schafmilchhaarseife mit Wildrosenöl.
30% Aprikosenkernöl, 30% natives Kokosöl, 15% Sheabutter, 14% Rizinusöl sowie 6% Wildrosenöl und  5% Jojobaöl vereinigen sich mit Schafmilch und Tussaseide zu einer wunderbar pflegenden Haarseife. Die Tussaseide wurde in der reduzierten Lauge aufgelöst und in die Schafmilch, welche später zum Leim kam, habe ich zusätzlich 2 Esslöffel Reissirup gegeben.
Als Duft habe ich hier passend zu den Formen Honey Wash  verwendet.Diese Haarseife enthält 15% ÜF und 5% Milchsäure.

Rosmarin Pfefferminze

Die dritte im Bunde der Schafmilchhaarseifen, ebenfalls 15% ÜF, duftet nach Rosmarin, Pfefferminze und Teebaumöl. Hier habe ich als Schaumfett 30% Palmkernöl verwendet. Das empfinde ich viel milder als Kokosöl. Für die Pflege kommen noch 25% Olivenöl, 20% Rizinusöl sowie 10% Hanföl hinzu. Abgerundet wird das Ganze von 10% Schaftalg und 5% Jojobaöl. Auch hier kam die Schafmilch später in den Leim. Natürlich kann man auch andere Milch nehmen oder die Milch einfach weg lassen.

Chamomile

Bei dieser Seife hatte mir das Parfümöl Chamomile einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sofort nach Zugabe dickte der Leim an. Nicht einmal den Pürierstab bekam ich noch heraus. Aber keine Panik, schon nach einigen Minuten begann die Seife zu gelen, so konnte ich noch ein klein wenig Schafmilch hinein pürieren und sie in die Formen spachteln. Das Rezept besteht aus 30% Babassuöl, 35% Aprikosenkernöl, 20% Rizinusöl, 10% Sheabutter, 5% Jojobaöl, Auch hier habe ich erst die Lauge 1:1,1 mit Wasser gemacht und dann Schafmilch in den Leim gegeben.

Schwarze Babajoba

Dies ist meine liebste Haarseife, auch wenn sie keine Schafmilch enthält.  Sie besteht aus 30% Olivenöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl, 10% Sheabutter, 10% Schwarzkümmelöl und 5% Jojobaöl. Den doch etwas kräftigen Duft des Schwarzkümmelöls ergänzen die ätherischen Öle Rosmarin und Lavendel bestens.

Weitere Haarseifenrezepte

Schwarze Mandelhaarseife mit Sole:  

30% Mandelöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl, 10% Sheabutter, 10% Schwarzkümmelöl, 5% Jojobaöl, zur Herstellung der Lauge verwende ich eine nicht gesättigte Sole, 20g Salz je 100g Wasser.

Kukinushaarseife:

30% Olivenöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl, 10% Kukinusöl, 10% Sheabutter, 5% Lanolin anhydrid.

Sonnige Olive:

30% Olivenöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl,  10% Sheabutter, 10% Sonnenblumenöl, 5% Lanolin anhydrit.

Die Überfettung beträgt bei meinen Seifen meist 15%. Damit komme ich am besten zurecht.

Haare waschen mit Haarseifen

Das Haare waschen mit Haarseifen wird anfangs etwas ungewohnt sein, dabei haben es doch Generationen unserer Vorfahren nicht anders gemacht. Man gewöhnt sich doch recht schnell daran.

Die Seife wird  gut angefeuchtet, eventuell lässt man sie kurz in einem Schälchen mit warmen Wasser liegen. Nachdem die Haare gründlich nass gemacht wurden reibt man mit der Seife direkt auf den Haaransatz und schäumt gründlich auf. Damit es besser schäumt kann man das Wasser aus dem Schälchen nach und nach auf die Haare geben.
Die Seife nicht einwirken lassen, einschäumen und gleich wieder gründlich mit nicht zu kaltem Wasser ausspülen. Gute Ergebnisse erzielt man mit zwei Wäschen nacheinander.  Nach dem Ausspülen ist es je nach Wasserhärte gut eine kalte Rinse zu machen. Dafür kann man in einen Liter kaltes Wasser 1-2 Esslöffel Zitronensaft oder Essig geben. Manche Haare mögen lieber eine Rinse mit Tee. Die Rinse wird anschließend wieder mit Wasser ausgespült. Ich selbst verwende gar keine Risse da wir sehr weiches Wasser haben. Um da das passende für sich zu finden muss man etwas herum probieren.

Wie immer, meine Ideen, meine Texte meine Bilder

viel Spaß eure Harriet