Mandelmilchseife

Mandelmilchseife

Zarte Mandelmilchseife

mit dem Duft von Champagner und Rose. Ein wunderbar zarter betörender Duft der Firma Cosy Owl. Die Lauge für diese Mandelmilchseife habe ich mit der reduzierten Menge von nur 20% Wasser zubereitet. In den Leim kamen dann noch 13% Mandelmilch. Der Duft verhielt sich sehr brav, eine leichte Neigung zum Verflüssigen ist vorhanden. Ich werde in nächster Zeit noch über mehrere Düfte dieser Firma berichten.

Das Rezept

Mandelmilchseife verlangt natürlich auch nach Mandelöl. 40% Mandelöl, 25% Rindertalg, 20% natives Kokosöl, 10%Rizinusöl und 5% Jojobaöl ergeben gemeinsam mit Mandelmilch eine zart schäumende pflegende Mandelmilchseife (63). Überfettet habe ich mit 15%, weitere Zusätze sind 3 Esslöffel Kaolin (auf 700  g GFM),  3% Milchsäure und 4% Parfümöl Champagner & Roses. Das Kaolin püriere ich immer vorab in die Öle, diese Seife wurde als HTCP gesiedet. Der Swirl ist an einen Minidrop Swirl angelehnt, ich habe aber nur aus kleinen Bechern den farbigen Leim in den Grundleim gegossen und keine Flaschen verwendet. Jetzt darf sie erst einige Wochen kühl und trocken lagern und reifen.

Wie immer meine Idee,  meine Texte, meine Bilder.

Eure Harriet

Pure Olive

Olivenölseife

Die einfachste Seife der Welt

Die einfachste Seife der Welt, besteht einfach aus 100% Olivenöl. Na gut, NaOH und Wasser gehören auch noch dazu. Man nehme 500g Olivenöl, das kann ruhig das günstige vom Discounter sein. Stelle seine Siede Utensilien bereit, persönliche Schutzausrüstung nicht vergessen und los gehts. Ach nein, das NaOH muss noch berechnet werden

500g * 0,1362 = 68,1g NaOH

15% Überfettung möchte ich haben.

68,1 * 0,85 = 57,885 g NaOH, ich runde ab = 57g

Da Olivenölseife gerne länger weich bleibt reduziere ich das Wasser für die Lauge auf 25% der Gesamtfettmenge.

500g Olivenöl, 125g Wasser, 57g NaOH, mehr braucht es nicht für die einfachste Seife der Welt. Die Grundlagen, wie Seife hergestellt wird kann man hier noch einmal nachlesen. Genaueres zur Berechnung der NaOH Menge steht hier.

Der Haken an dieser Seife ist, die braucht gut und gerne ein Jahr oder länger bis sie angenehm schäumt und sich nicht schleimig anfühlt. Also pimpen wir die einfachste Seife der Welt etwas auf.

Die Sache mit dem Essig

Als Laugenflüssigkeit nehmen wir Essig, Kräuteressig, Apfelessig, Himbeeressig, was gerade da ist. Balsamicoessig bitte nicht, der enthält oft Zucker und dieser verbrennt in der Lauge oder heizt die Seife auf. Durch den Essig wird die Seife schneller hart, verwäscht sich langsamer und ich finde sie schäumt etwas besser.

Essig reagiert mit NaOH zu Natriumacetat, dem Natriumsalz der Essigsäure. Deshalb muss man Essig bei der Berechnung des NaOH mit einbeziehen. Statt Wasser verwenden wir also 125g Kräuteressig. Auf der Flasche steht Essigsäuregehalt 5%. Die meisten Essige haben 5% Essigsäure, es gibt auch welche mit 10%, also genau drauf gucken. Bei 10% das Gewicht des Essig * 0,10 rechnen. Bei 5%igem Essig das Gewicht * 0,05 rechnen.

5% von 125g sind 6,25g, also müssen wir das NaOH für 6,25g Essigsäure berechnen. 1g Essigsäure reagiert mit 0,66g NaOH.

6,25g * 0,66 = 4,125g NaOH

Also brauchen wir

57,885g + 4,125g = 62,01g NaOH, ich runde ab, 62g NaOH

wenn wir statt Wasser Essig verwenden wollen.

Den Essig abwiegen, gut kühlen und am besten das Laugengefäß ins Eiswasserbad stellen. Das NaOH portionsweise einrühren. Achtung es wird heiß und kann überkochen.

Weiterhin kann man die einfachste Seife der Welt als Mischverseifung machen. Das heißt es wird ein Teil des NaOH durch KOH ersetzt. Ich habe 85% NaOH und 15% KOH verwendet. Zum Berechnen kann man hier nachlesen, aber gerade bei Verwendung von Essig berechnet man lieber mit der Seifenrechner von Kathrin. Dann wird es nämlich kompliziert. 😉 Denn bei Essig wird keine Überfettung mit berechnet, die wird nur für die Öle berechnet.

Ihr seht schon, die einfachste Seife der Welt kann man auch ziemlich kompliziert machen.

Viel Spaß beim nachmachen, eure Harriet

Wie immer, mein Text, meine Bilder, das NaOH unbedingt selbst nachrechnen, für Fehler übernehme ich keine Haftung.

 

 

Kräuterseifen

Kräuterweiber

Seifen mit heimischen Kräutern

Wenn ich die Kühe auf die Weide treibe, bringe ich mir immer wieder ein Sträußchen Kräuter mit. Johanniskraut, Spitzwegerich, Beifuß, Gänseblümchen, Frauenmantel, Mädesüßkraut, Schafgarbe, Klettwurzel und viele andere wachsen auf Wiesen und Wegrändern. Damit lassen sich wunderbare Kräuterseifen herstellen. Einige davon will ich euch zeigen.

Kräuterweiber

Das Titelbild zeigt die Kräuterweiber. Eine schlichte Seife mit 50% Olivenöl,  20% Kokosöl,  20% Rindertalg und 10% Rizinusöl. Für die Lauge habe ich einen sehr starken Tee aus allen möglichen oben genannten Kräutern und Blüten gekocht und diesen über Stunden ziehen lassen. Als Wasser für den Tee nehme ich unser sehr weiches Brunnenwasser, dieses filtere ich mit einem Wasserfilter.  Da ich gerne meine Seifen mit 15% überfette habe ich hier natürlich auch das NaOH für diese Überfettung berechnet. Und sie ist doch ein echter Hingucker geworden, oder? So eine Seife kann auch auf die Zugabe von Düften verzichten.


Kamilla

Eine Kamillenseife mit ganz besonderen wunderbaren Zutaten. Aus Kamillenblüten habe ich einen sehr starken Tee gekocht und lange ziehen lassen. Diesen habe ich mit 28% für die Lauge genommen und das NaOH für 15% Überfettung berechnet. Eine Anleitung und den Link zum Seifenrechner gibt es hier.

40% Aprikosenkernöl, 30% natives Babassuöl von Martin, 15% Mangobutter, 10% Rizinusöl und 5% Jojobaöl machen diese Seife zu etwas ganz besonderem. Auch hier habe ich keinen Duft zu gegeben und doch riecht diese Seife frisch und sauber.

Babassuöl kaufe ich bei „Babassu for You„, die Philosophie hinter diesem Shop gefällt mir. Bei Fragen gibt Martin gerne Auskunft. Ich kann das Babassuöl von dort wirklich nur empfehlen.


Kapuzinerkamille

Eine zweite Seife nach den selben Rezept wie Kamilla, es war noch Kamillentee da ;). hier habe ich einfach in die flüssigen Öle eine gute Hand voll Blätter der Kapuzinerkresse einpüriert. Der Duft bleibt recht lange in der Seife erthalten und die in der Kapuzinerkresse enthaltenen Senföle machen diese Seife auch zu einer tollen Haarseife. Auch diese Kräuterseife ist mit 15% überfettet. Eine weitere Kapuzinerseife findet ihr hier.


Pfefferminzchen

Eine Soleseife mit ätherischem ÖL Pfefferminz arvensis. Als Grundlage für die Sole diente starker Pfefferminztee.  Diese Seife nutze ich gerade im Sommer auch als erfrischende Haarseife. In 35% Reiskeimöl werden einige Blätter Pfefferminze und Petersilie püriert. 25% natives Kokosöl und 20% Palmöl sorgen für Schaum und Cremigkeit. Die Pflege spendieren dieser Seife je 10% Sesamöl und Rizinusöl. Bei einer Überfettung von 15% eignet sich diese Seife für den ganzen Körper, als eine All in One Seife. Ich liebe die Haptik und den Duft von Kräuterseifen


Salbei Wildrauke Soleseife

Die Zweite der Kräuterseifen mit Sole. Hier kam Salbeitee zum Einsatz um eine Sole zuzubereiten. Ich nehme dafür immer 26g Salz auf 100g Tee, das ist keine gesättigte Sole aber es fällt auch nichts aus wenn das NaOH eingerührt wird. Die Lauge soll immer gesiebt werden, aber bei Sole ist das besonders wichtig. Das Rezept: 45% grünes natives Avocadoöl, 25% Kokosöl, und je 10% grünes Hanföl, Mangobutter sowie Rizinusöl sprechen für sich. in das Avocado habe ich ca 10 Wildraukenblätter püriert. Auch diese enthalten Senföl, das finde ich sehr angenehm in Seife. Diese Seife bekam den Duft von Bergamotte und Litsea Cubeba.

Schaut doch beim nächsten Spaziergang was bei euch so Wächst und macht euch eure eigene ganz besondere Kräuterseife.

Wie immer, meine Ideen, Texte, Bilder. Das NaOH bitte immer selbst berechnen, denkt an die Schutzausrüstung.

viel Spaß eure Harriet

Schwefelseife

Sulpur Schwefelseife

Schwefelseifen haben eine lange Tradition bei der Pflege von unreiner Haut. Schon die Ägypter verwendeten Schwefel bei bakteriellen Entzündungen. Im Europäischen Arzneibuch (Ich beziehe mich auf die Ausgabe 2017) ist Schwefel zur äußeren Anwendung aufgeführt (Sulfur ad usum exernum). Die Anwendung erfolgt meist in Salben, Gelen und Seifen. Der Schwefel bildet auf der Haut Schwefelwasserstoff und Sulfide welche gegen Bakterien wirken können. Eine Schwefelseife hat bei der Anwendung einen etwas gewöhnungbedürftigen Geruch. Ich verwende anorganischen Schwefel mit 99,9% Reinheit. Die Seife verwendet man ab besten 2-3 mal je Woche, bei Bedarf auch häufiger. Sie wirkt sehr austrocknend auf die Haut.

Das Rezept

Da Schwefel austrocknend wirkt habe ich als Schaumfett 30% Palmkernöl verwendet. 30% Schaftalg weil ich diesen sehr schön in Seifen finde, 20% Reiskeimöl und 20% Distelöl  ho. Da die Seife für das Gesicht gedacht ist habe ich auf Rizinusöl verzichtet. Als Überfettung wählte ich meine üblichen 15%. Die Menge von 10% Schwefel bezieht sich auf die Gesamtfettmenge. Für die Lauge kam ein Kräutersud mit verschiedenen frisch gesammelten Kräutern zum Einsatz.

Die Herstellung

Die Seife wird als HTCP Verfahren hergestellt. Erst die Öle und Fette abwiegen, anschließend den Schwefel in die Öl/Fettmischung rühren. Jetzt wird die Lauge mit Kräutersud und NaOH hergestellt und frisch durch ein Sieb zu den Ölen gegeben. Mit dem Spatel rühren bis durch die Lauge die Fette geschmolzen sind, dann pürieren bis alles gut emulgiert ist und in die Formen gießen.

Sicherheitshinweise

Zusätzlich zu den üblichen Sicherheitsvorkehrungen ist hier zu beachten das der Schwefel nicht mit Säure in Berührung kommen darf. Falls also in der Seife Zitronensäure oder Essigsäure zum Einsatz kommt ist diese unbedingt erst mit den NaOH zu neutralisieren. Schwefel macht die Seife etwas weicher, ein Rezept mit vielen festen Fetten und evtl etwas Salz in die Lauge verbessern dies.

Schwefel in HP Seife

In HP muss man Schwefel nach der Verseifung gemeinsam mit dem Überfettungsölen zugeben. Wird Schwefel bei einer HP in die Öle gerührt und mit verseift ergibt sich eine Art Schmierseife. Ich vermute der Schwefel stört dabei die Kristalisation der Natriumsalze, somit kann die Seife nicht fest werden. Gibt man den Schwefel im Nachhinein zu bekommt man eine normal feste Seife.

Meine Idee, meine Texte, meine Bilder, NaOH bitte selbst berechnen, keine Haftung für Fehler

Viel Spaß beim nachmachen eure Harriet

 

Haarseifen

Haare waschen mit Haarseifen

Die Alternative zu Shampoo aus der Flasche sind für mich die Haarseifen. Im Grunde kann man mit jeder Seife auch Haare waschen, ob das Ergebniss zufriedenstellend ist kommt sehr viel auf das Rezept, die Zusätze und die Überfettung an. Seifen direkt für die Haare mache ich gerne mit  mehr Rizinusöl da dieses sehr pflegende Eigenschaften hat. Viele der nachfolgenden Rezepte sind mit Schafmilch gesiedet. Dazu habe ich die Lauge mit dem 1,1fachen der NaOH Menge an Wasser angerührt und die zimmerwarme Schafmilch später in den Leim gegeben. Natürlich kann man auch andere Milch verwenden oder sie einfach weg lassen. dann die Lauge mit Wasser  oder Tee nach Belieben machen.

Kaffeehaarseife für Vulkanetten

In einer SBHP wurden 30% Distelöl ho, 30% Babassuöl, 20% Avocadoöl, 10% Reiskeimöl und 10% Rizinusöl sowie 3% Milchsäure mit einer Lauge aus sehr starkem Kaffee verseift. Anschließend kam noch Schafmilch und etwas Hanföl dazu. Duft Bratapfel von MM, der verfärbt sehr ins dunkelbraun aber ich liebe ihn. Falls ihr wissen wollt was SBHP bedeutet:  https://wp.me/pabZDL-6d

Wildrose

Hier kommt eine Schafmilchhaarseife mit Wildrosenöl.
30% Aprikosenkernöl, 30% natives Kokosöl, 15% Sheabutter, 14% Rizinusöl sowie 6% Wildrosenöl und  5% Jojobaöl vereinigen sich mit Schafmilch und Tussaseide zu einer wunderbar pflegenden Haarseife. Die Tussaseide wurde in der reduzierten Lauge aufgelöst und in die Schafmilch, welche später zum Leim kam, habe ich zusätzlich 2 Esslöffel Reissirup gegeben.
Als Duft habe ich hier passend zu den Formen Honey Wash  verwendet.Diese Haarseife enthält 15% ÜF und 5% Milchsäure.

Rosmarin Pfefferminze

Die dritte im Bunde der Schafmilchhaarseifen, ebenfalls 15% ÜF, duftet nach Rosmarin, Pfefferminze und Teebaumöl. Hier habe ich als Schaumfett 30% Palmkernöl verwendet. Das empfinde ich viel milder als Kokosöl. Für die Pflege kommen noch 25% Olivenöl, 20% Rizinusöl sowie 10% Hanföl hinzu. Abgerundet wird das Ganze von 10% Schaftalg und 5% Jojobaöl. Auch hier kam die Schafmilch später in den Leim. Natürlich kann man auch andere Milch nehmen oder die Milch einfach weg lassen.

Chamomile

Bei dieser Seife hatte mir das Parfümöl Chamomile einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sofort nach Zugabe dickte der Leim an. Nicht einmal den Pürierstab bekam ich noch heraus. Aber keine Panik, schon nach einigen Minuten begann die Seife zu gelen, so konnte ich noch ein klein wenig Schafmilch hinein pürieren und sie in die Formen spachteln. Das Rezept besteht aus 30% Babassuöl, 35% Aprikosenkernöl, 20% Rizinusöl, 10% Sheabutter, 5% Jojobaöl, Auch hier habe ich erst die Lauge 1:1,1 mit Wasser gemacht und dann Schafmilch in den Leim gegeben.

Schwarze Babajoba

Dies ist meine liebste Haarseife, auch wenn sie keine Schafmilch enthält.  Sie besteht aus 30% Olivenöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl, 10% Sheabutter, 10% Schwarzkümmelöl und 5% Jojobaöl. Den doch etwas kräftigen Duft des Schwarzkümmelöls ergänzen die ätherischen Öle Rosmarin und Lavendel bestens.

Weitere Haarseifenrezepte

Schwarze Mandelhaarseife mit Sole:  

30% Mandelöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl, 10% Sheabutter, 10% Schwarzkümmelöl, 5% Jojobaöl, zur Herstellung der Lauge verwende ich eine nicht gesättigte Lauge, 20g Salz je 100g Wasser.

Kukinushaarseife:

30% Olivenöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl, 10% Kukinusöl, 10% Sheabutter, 5% Lanolin anhydrid.

Sonnige Olive:

30% Olivenöl, 25% Babassuöl, 20% Rizinusöl,  10% Sheabutter, 10% Sonnenblumenöl, 5% Lanolin anhydrit.

Die Überfettung beträgt bei meinen Seifen meist 15%. Damit komme ich am besten zurecht.

Haare waschen mit Haarseifen

Das Haare waschen mit Haarseifen wird anfangs etwas ungewohnt sein, dabei haben es doch Generationen unserer Vorfahren nicht anders gemacht. Man gewöhnt sich doch recht schnell daran.

Die Seife wird  gut angefeuchtet, eventuell lässt man sie kurz in einem Schälchen mit warmen Wasser liegen. Nachdem die Haare gründlich nass gemacht wurden reibt man mit der Seife direkt auf den Haaransatz und schäumt gründlich auf. Damit es besser schäumt kann man das Wasser aus dem Schälchen nach und nach auf die Haare geben.
Die Seife nicht einwirken lassen, einschäumen und gleich wieder gründlich mit nicht zu kaltem Wasser ausspülen. Gute Ergebnisse erzielt man mit zwei Wäschen nacheinander.  Nach dem Ausspülen ist es je nach Wasserhärte gut eine kalte Rinse zu machen. Dafür kann man in einen Liter kaltes Wasser 1-2 Esslöffel Zitronensaft oder Essig geben. Manche Haare mögen lieber eine Rinse mit Tee. Die Rinse wird anschließend wieder mit Wasser ausgespült. Ich selbst verwende gar keine Risse da wir sehr weiches Wasser haben. Um da das passende für sich zu finden muss man etwas herum probieren.

Wie immer, meine Ideen, meine Texte meine Bilder

viel Spaß eure Harriet

Creamsoaps

Bunter duftender Seifenspaß

Exotisch duftende Seifen in bunten Farben schmeichelt zart schmelzend auf der Haut. Wer das liebt der sollte einmal Creamsoaps probieren.

Bubblegum,Pink Kisses, Monoi de Tahiti

Creamsoap oder auch Cremeseife ist eine heiß verseifte Seife mit Mischverseifung. Dabei wird mehr KOH als NaOH verwendet, je nach Rezept 20 -30% NaOH. Auch die Menge an Laugenflüssigkeit ist sehr viel höher als bei normalen HP Seifen. Ich verwende hier die Methode die Flüssigkeit nach der benötigten Menge an KOH (Kaliumhydroxid) und NaOH zu berechnen. Infos zu Berechnung der Mischverseifung findet ihr hier. Außerdem kommt noch 10% der GFM (Gesamtfettmenge) Glyzerin zu den Ölen vor der Verseifung.

Blue Amberwood

 

Die Technik

Ich empfehle die Verwendung eines Crockpot. Im Ofen funktioniert es auch aber der Crockpot ist doch entspannter.  Das erste Rezept besteht aus 20% Kokosöl, 20% Palmöl, 20% Sheabutter, 20% Stearinsäure, 10% Reiskeimöl und 10% Rizinusöl. Ich habe eine Gesamtfettmenge von 500g verwendet. Das NaOH und KOH im Verhältnis 20/80 für 8% Überfettung berechnen. Die erforderliche Flüssigkeitsmenge(Wasser) beträgt das Fünffache der NaOH/KOH Menge. Also die benötigten Gramm NaOH und KOH mal 5 rechnen ergibt die benötigten Gramm Wasser. Lässt sich übrigens ganz bequem mit Kathrins Seifenrechner berechnen. Zusätzlich kommen noch 10% der Gesamtfettmenge an Glyzerol zu den Ölen.

Die Fette und Öle im Topf schmelzen und die Lauge dazu pürieren.

Den Crockpot bei mittlerer Wärme zugedeckt stehen lassen, hin und wieder prüfen ob sich etwas trennt, dann einfach nochmals pürieren. Nach Apfelmus und Kartoffelbrei Stadium ist nach 1,5 Stunden alles sicher verseift, mit dem Küsschentest überprüfen. Jetzt den Crockpot nochmals auf volle Leistung stellen um die Seife schön heiß zu halten. 3% der GFM (15g) Stearinsäure in 3% (15g) Glyzerol schmelzen und mit dem Pürierstab unterarbeiten. Anschließend den Crockpot wieder zudecken, abschalten und bis zum nächsten Tag stehen lassen.

Am nächsten Tag mit dem Rührgerät erst mit Knethaken, später mit Schneebesen aufschlagen. Dabei muss man je nach Konsistenz noch etwas Wasser (dann auch konservieren!, ich verwende Biokons PA30) oder Glyzerol zugeben. Nun die Creamsoap in ein Glas oder Eimerchen geben und noch 4Wochen „reifen“ lassen. in dieser Zeit ändert sich noch die Konsistenz.

Nach 4 Wochen dann nochmals kräftig aufschlagen, beduften und mit Pigmenten einfärben.

Endlich hat meine uralte Küchenmaschine einen Verwendungszweck.

Pink Kisses
Hawai Flower

Das gute ist es lassen sich sämtliche  Düfte ganz bequem verarbeiten, auch die welche sonst andicken oder aufheizen.

Rezepte:

Das Palmöl kann man durch Schweineschmalz oder Rindertalg ersetzen. Ergibt auch beides sehr schöne Seifen. Ich habe ein Rezept ohne Stearinsäure getestet, mit Kokosöl, Sheabutter, Rindertalg, Olivenöl und Rizinusöl sowie Bienenwachs und Glyzerol nach der Verseifung. Dieses hat mich allerdings in der Haptik und Cremigkeit nicht überzeugt.

Anwendung:

Creamsoaps eignen sich als Dusch und Rasierseifen ebenso wie zum Hände waschen. Besonders praktisch finde ich ein kleines Döschen für unterweg. Einfach mit trockenen Finger eine erbsengroße Portion heraus nehmen und die Hände damit eincremen. Anschließend unter fliesendem Wasser abspülen.

Wie immer, meine Texte, meine Bilder, viel Spaß beim nachmachen.

Eure Harriet

 

Milde Milchseifen

Naturseifen mit Milch

Handgesiedete Naturseifen sind schon durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe etwas Besonderes. Noch pflegender sind milde Milchseifen mit ihrem cremigen Schaum und dem Besten der Milch. Man kann Milch auf verschiedene Arten in Seife verarbeiten, als frische Milch in den fertig emulgierten Leim, gefroren als Laugenflüssigkeit oder als Milchpulver in die Öle oder den Leim. Ich bevorzuge die erste Variante. Dazu rühre ich meine Lauge nur mit dem 1,1 fachen der berechneten NaOH Menge an. Die Differenz zur Gesamtflüssigkeitsmenge kommt als frische Milch in den Leim. Ich habe in den letzten Wochen viele milde Milchseifen gemacht und möchte hier einige vorstellen.

Milchseife pur (Titelbild)

Diese milde Milchseife kommt ganz ohne Duft und Farbstoffe aus. Sie besteht nur aus 35% Mandelöl, 25% nativem Kokosöl, 20% Palmöl und 15% Rizinusöl.  Die Lauge habe ich wie oben erwähnt mit einer reduzierten Wassermenge angerührt (18%ÜF) und zusätzlich Kolostralmilch von unseren Kühen in den Leim gegeben. Kolostralmilch oder auch Biestmilch genannt ist die erste Milch welche nach der Geburt produziert wird. Sie hat einen besonders hohen Eiweißgehalt und ist reich an Imunglobulinen. Hin und wieder bleibt bei unseren Kühe da etwas übrig, das friere ich dann ein um für Notfälle ein Reserve zu haben. Oder es gibt eben eine ganz besondere Seife.

Stutenmilchseife mit Lavendel

Hier kommt die nächste ganz besonders milde Seife. Für diese Seife habe ich Stutenmilch von unserer Stute Griseldis verwendet. Das Rezept besteht aus 50% nativem Olivenöl, 20% nativem Kokosöl, 20% Rindertalg vom Weiderind und 10% Rizinusöl. Überfettet ist sie mit 18% und bedufted mit 5% ätherischem Lavendelöl. Sie darf jetzt noch eine ganze Weile reifen.

Verliebte Ziege

Für diese Seife habe ich einmal gefrorene Milcheiswürfel aus Ziegenmilch für die Lauge verwendet. Einfach die Eiswürfel abwiegen und das NaOH dazu geben. Dann eine ganze Weile rühren bis die Eiswürfel geschmolzen sind und sich das NaOH aufgelöst hat. Nicht vergessen die Lauge durch ein Sieb zu geben. Diese Milchseife besteht aus 40% Mandelöl, 25% Kokosöl, 25% Palmöl und 10% Rizinusöl. Sie duftet wunderbar nach äÖ Lemongras, Bergamotte und Sandelholz. Auch hier habe ich wieder eine Überfettung von 18% gewählt. Die kleinen Herzchen als Topping sind aus selbstgesiedeter TS.

Schafmilchseife Androgyny

Als letztes folgen noch zwei Schafmilchseifen. Zuerst eine „Haut und Haar Duschseife“ mit 30% Mandelöl, 30% Schaftalg, 25% natives Kokosöl, 10% Rizinusöl und 5%Lanolin. Auch hier habe ich die Lauge mit den 1,1fachen an Wasser gemacht und den Rest als frische Schafmilch in den Leim gegeben. Das Parfümöl Androgyny von Gracefruit gibt der Seife einen unverwechselbaren Duft.

Olive 70 mit Schafmilch und Lavendel

Die letzte milde Milchseife dieser Reihe ist nochmals eine Lavendelseife, beduftet mit 5% ätherischem Lavendelöl. Eine wunderbar pflegende Seife mit 70% nativem Olivenöl und 30% nativem Kokosöl sowie einer Überfettung von 25%. Für besonders cremigen Schaum sorgen Schafmilch und Stärke in den Leim. Für die Festigkeit und Haptik habe ich 5% Milchsäure zugegeben. Alle Seifen enthalten keine Farbstoffe.

Ich hoffe euch gefallen meine milden Milchseifen, ich freue mich schon darauf sie zu benutzen. Falls Ihr diese Seifen nachsieden  wollt und noch nie Seife gesiedet habt lest euch bitte erst diese Anleitung durch. https://wp.me/PabZDL-1D

Eure Harriet

Wie immer, meine Ideen, Bilder, Texte.

 

Transparenseife CP

Glyzerinseife CP für alle

Ich konnte heute Nacht nicht schlafen 🙄.

Gestern Abend habe ich noch in einer Seifengruppe etwas gelesen über eine Glyzerin/ Transparentseife im CP Verfahren. Und dann musste mein Kopf die ganze Nacht drüber nachdenken. Heute früh gab’s dann eine Quickie TS noch vor dem Frühstück. Ich möchte sie mit euch teilen. Manche werden denken, schon wieder….

 

Das Rezept

40% Rindertalg (40g)

30% Kokosfett (30g)

20% Rizinusöl (20g)

10% Reiskeimöl (10g)

Alles abwiegen und gemeinsam schmelzen, anschließend eine Lauge herstellen aus

30% (30g) Wasser plus NaOH für 0% Überfettung.

70% (70g) hochprozentiger Alkohol ( ich hab Isoprop genommen) mit

30% (30g) Glyzerin in einen Becher wiegen und verrühren,

70% (70g) Zuckerlösung abwiegen.

Ich hab immer Zuckerlösung aus 70g Zucker und 30g Wasser rumstehen. Dazu gebe ich 350g Zucker und  150g heißes Wasser in ein Glas und lasse es einen Tag stehen, ab und zu schütteln.

Das Verfahren

Lauge in die geschmolzenen Öle pürieren, wie bei einer CP,  die Temperatur ist hier egal.

Sofort das Alkohol /Glyzerin Gemisch dazu gießen und weiterpürieren. Ihr wisst was passiert wenn Alkohol zum Seifenleim kommt. Es wird warm und beschleunigt die Verseifung. Durch die Menge an Alkohol und Glyzerin gibt’s aber keinen Blitzbeton. Jetzt noch sehr gründlich weiterpürieren, ca 1 Minute, da zieht nichts an oder zeichnet, das bleibt einfach flüssig. Dann kurz beobachten bis die Flüssigkeit aufklart. Nach einigen Minuten sieht man wie sich eine Haut drauf bildet, jetzt einfach noch die Zuckerlösung einrühren und in Formen gießen. Ab in den Frost, nach einer Stunde, je nach Form, ausformen und freuen.

Ich hab das Rezept in % aufgeschrieben, die Werte in () sind meine verwendeten Gramm gewesen. Und ja sie ist aufgrund der Fette/Öle gelb. Aber ich find sie toll. Kein Crocky, keine Mikrowelle, ok die hab ich zu schmelzen der Fette genommen, der Herd tut’s aber auch. Und ein Schaumbilchen gibts auch noch dazu

 

Und alle die bis hier her gelesen haben kriegen ein 🌷😊

Ich teile das für alle die einfach mal ne Glyzerinseife ausprobieren wollen. Es geht mir dabei nicht um extra klar oder so, funktioniert bestimmt auch mit jeden anderen Rezept mit vielen sehr festen Fetten. Und natürlich könnt ihr auch höher überfetten.

Ihr könnt das gerne nachmachen, natürlich freue ich mich über eine Erwähnung.

Amanda Aaron hat mit dieser Methode verschiedene Rezepte getestet. Vielen Dank dafür,  hier könnt ihr das nachlesen https://www.lovinsoap.com/2019/03/clear-transparent-soap-from-scratch-quick-method/

meine Bilder, meine Texte, meine Idee

10 Minuten Flüssigseife aus der Mikrowelle

Flüssigseife für Eilige

So eine Mikrowelle ist eine feine Sache. Man kann nicht nur kalten Kaffee damit wieder aufwärmen, man kann jede Menge andere Sachen damit veranstalten. Unter anderem auch Flüssigseife und ich mag es wenn es in der Küche blubbert und zischt. Ich stelle euch eine 10 Minuten Flüssigseife vor, die echt nicht länger als 10 Minuten Arbeit erfordert. Eine genaue Feinwaage und die persönliche Schutzausrüstung ist unbedingt notwendig. Diese Methode eignet sich vor allem für kleine Mengen Seife. Ihr könnt auch jedes andere Flüssigseifenrezept dafür nehmen. Allerdings sollte das Medium zur Verdünnung immer Glyzerin sein da Wasser bei diesen Temperaturen zu schnell verdunstet. Diese Seife braucht keine Konservierung da zum Verdünnen kein Wasser verwendet wird.

Das Rezept

100g Glyzerin,
50g Olivenöl,
25g Wasser,
KOH für die gewünschte Überfettung abwiegen, ich habe mit 2% überfetttet.

von links: Olivenöl, Glyzerin, Lauge

Schritt 1:


Glyzerin in der Mikrowelle auf 130° C erhitzen, geht ganz fix. Anschließend das 
Olivenöl auf ca 90 ° C erhitzen. Das Wasser für Lauge nur etwas erhitzen ca 50° C.

Jetzt wird das KOH im warmen Wasser aufgelöst und das Glyzerin ins Olivenöl gegeben.
Zuletzt die Lauge durch ein Sieb ins Öl/Glyzerin Gemisch geben und mit dem Stabmixer pürieren. Dieser Leim wird nicht zeichnen oder andicken, einfach gründlich pürieren.

Nach dem ersten Pürieren.

Schritt 2:

Den Behälter in die Mikrowelle stellen und  einige Male kurz hochkochen lassen.
Es wird vorkommen das sich der Leim  2-3 mal trennt. Dann einfach kurz pürieren, es ist fertig wenn es trüb bleibt und sich nicht mehr trennt, bei mir nach ca 6 mal hochkochen.

Die trübe sämige Flüssigkeit in ein Glas füllen und ein letztes mal erhitzen und pürieren.

 

   
Jetzt ist eigentlich schon alles getan. Die heiße Seife beiseite stellen und abkühlen lassen. Schon nach  ca 1 Stunde ist es klar und einigermaßen abgekühlt.

     

Schritt3:

Falls nach dem Abkühlen oben Schaum darauf steht, kann man einige Sprühstöße Alkohol drüber sprühen. Der Schaum verschwindet aber auch nach einiger Zeit von selbst. Wem es jetzt noch zu dickflüssig ist der kann die Seife noch mit etwas Glyzerin verdünnen. Zuletzt nur noch mit dem Lieblingsduft versehen und in eine Pumpflasche füllen.  Für den Einsatz in Schaumspenderflaschen, die ich übrigens sehr liebe, muss die Seife allerdings noch weiter mit Wasser verdünnt werden. Dann ist allerdings eine Konservierung zwingend notwendig. Ich empfehle dafür C Kons von Behawe. Als letztes folgt noch ein Schaumbild.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachsieden Eure Harriet

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Hirschtalg Seifen

Rügener Jägerlatein oder ein Tier mit A 😂

Hirschtalg hatte ich zum ersten mal, und ich bin begeistert. Lange habe ich darauf gewartet.  Zum Auslassen braucht man etwas mehr Hitze als bei Rindertalg. Aber man erhält ein sehr schönes festes Fett. Diesen Hirschtalg brachte mir ein Jäger von der Insel Rügen  mit. Also sollte daraus eine Seife werden die mich an Rügen erinnern sollte.

Rügener Jägerlatein

Diese Seife enthält 40% Hirschtalg, 20% Kokosöl, 20% Distelöl ho, 10% Rizinusöl, 10% Walnussöl. Das NaOH ist für eine Überfettung von 15% berechnet. Diese Überfettung gefällt mir am besten, ich mache viele Seifen so.Wie das berechnet wird steht hier https://wp.me/PabZDL-5R  Als Zusatz kam noch eine ordentliche Portion (1Esslöffel) Rügener Schlämmkreide dazu. Diese tolle Farbe habe ich mit einem Teelöffel Sanddornöl in den Leim erhalten. Sie sind mir wunderbar nach Sanddorn duftend aus den Formen entgegen gehüpft. Das Parfümöl Sanddorn kann man bei Behawe kaufen.

 

Einen Hirsch hab ich noch.

Der Kapuzenhirsch 😉

Hier besteht das Rezept aus 40% Hirschtalg, 30% natives Olivenöl, 20% natives Kokosöl, 10% natives Rizinusöl. NaOH und KOH berechnet für 15%ÜF mit 90/10 Mischverseifung. In die Öle hab ich eine Hand voll allerletzte Kapuzinerblätter püriert, kein Duft. Diese Seife findet meine Haut ganz wunderbar, selbst die Haare kann ich damit waschen. Wenn Ihr die Möglichkeit habt an Hirschtalg zu gelangen versucht es ruhig einmal. Dieser Rohstoff ist viel zu schade zum wegwerfen. Man kann den Hirschtalg in diesen Rezepten auch durch Rindertalg ersetzen.

Viel Spaß

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